Goldmint, ein russisches Startup, lanciert eine Plattform, mit der Gold über eine Blockchain digital gehandelt werden kann. Dazu schafft das Unternehmen zwei neue Kryptowährungen: den GOLD, der zu hundert Prozent durch Goldreserven gedeckt ist und den MNT, der für das Mining benötigt wird. Seit dem 20. September 2017 läuft der ICO für den MNT.

Jahrtausende nutzte die Menschheit Gold als Währung, denn das Edelmetall ist wertbeständig. Im 20. Jahrhundert empfand die Politik die Fesseln der Goldbindung jedoch zunehmend als einengend. Folglich setzten sich Fiat-Währungen durch. Die rasante Vermehrung von Notenbank- und Buchgeld, die erst durch den Wegfall der Golddeckung möglich wurde, hat das Finanzsystem allerdings krisenanfällig gemacht. Seit der Finanzkrise von 2007, deren Folgen die Zentralbanken noch heute mit ultralockerer Geldpolitik und Negativzinsen bekämpfen, ist die Wertbeständigkeit des Goldes wieder in den Fokus der Anleger gerückt.

Kryptowährung mit Golddeckung

Physisches Gold hat indes gewichtige Nachteile: Zum Schutz vor Diebstahl muss es sicher verwahrt werden – beispielsweise im Banksafe. Das ist teuer. Kostspielig ist auch der Handel mit Goldbarren, Münzen oder Schmuckstücken. Zwischen An- und Verkaufspreisen bestehen oft hohe Differenzen.

Kryptowährungen bedürfen im Gegensatz zum glänzenden Edelmetall weder einer aufwendigen Lagerung noch eines teuren Transports. Sie lassen sich leicht handeln und sind durch die dezentrale Organisation der Blockchain weitgehend sicher vor Manipulation. Doch wie das Fiat-Geld der Zentralbanken sind sie vom Vertrauen der Nutzer abhängig. Und dieses Vertrauen ist (noch) brüchig. Entsprechend hoch sind die Wertschwankungen.

Goldmint will die leichte Handelbarkeit und die Manipulationssicherheit von Kryptowährungen mit der Wertbeständigkeit des Goldes verbinden. Seine Währung – der GOLD – ist vollständig durch das glänzende Edelmetall gedeckt. Der Wert von einem GOLD entspricht dem Preis einer Feinunze Gold am London Bullion Market. (Beim Kauf und Verkauf von GOLD-Tokens zieht Goldmint eine Kommission von fünf beziehungsweise drei Prozent ab.) Der Handel mit den GOLD-Coins startet voraussichtlich im zweiten Quartal 2018.

ICO hat am 20. September begonnen

Die Reserven, die Goldmint aufbauen will, sollen sowohl aus physischem Gold als auch aus börsengehandelten Gold-Fonds bestehen. Physische Goldbestände beabsichtigt das Unternehmen unter anderem von Pfandleihern zu erwerben. Um das angelieferte Edelmetall zu bewerten, setzen die Russen auf einen Roboter. Der Custody Bot führt vollautomatisch Spektralanalysen durch. Goldmint speichert alle Goldtransaktionen in seiner Blockchain. Die Miner erhalten 75 Prozent der Kommissionen aus dem Handel mit GOLD-Tokens in der Goldmint-eigenen Hilfswährung MNT.

Am 20. September 2017 hat der dreißigtägige ICO für das Pre-Launch-Token MNTP begonnen. Ein MNTP kostet 7 US-Dollar, zahlbar in Bitcoin oder Ether. Der ICO wird über die Ethereum-Plattform durchgeführt. In einem nächsten Schritt überführt Goldmint die MNTP-Coins als MNT in seine eigene Graphene-basierte Blockchain. Wer an die Idee von Goldmint glaubt, den Leuten dahinter vertraut, kann nun in diesen Token Sale investieren. Allerdings möchten wir generell warnen, dass ICOs mit hohen Risiken verbunden sind. Es gibt keine Regulierung und zudem ist jeder Investor für den Erwerb und die Aufbewahrung seiner Token selber verantwortlich.

Goldmint Video

Weitere Infos zu Goldmint

>> Webseite
>> GoldMint ICO: $4 Mln Raised in One Day

Gold und Bitcoin passen zusammen

Gold gilt seit längerem als sichere Investition, vor allem in Krisenzeiten. Nur hat Gold zwei entscheidende Nachteile: Es lässt sich nicht so einfach teilen und erst recht nicht digital, also beispielsweise via Mail versenden. Um die Vorteile von Gold und Bitcoin zus vereinen hat das innovative Startup Vaultoro aus Australien eine Plattform gebaut, wo man bereits jetzt Gold in Bitcoin und umgekehrt beliebig tauschen kann.