2019 kam es zum ersten grossen Hackerangriff auf die Binance Bitcoin-Börse. Die Beute machte beeindruckende 7’000 BTC aus. Nach aktuellem Kurs sind dies rund 8 Millionen Franken. Doch wie kommen die Diebe an ihr Geld, ohne dass sie verfolgt werden? Bereits Mitte Juni fingen die findigen Diebe damit an, ihre Beute zu realem Geld zu machen und diese zu waschen. Dazu nutzen sie gemäss Medienberichten einen sogenannten Bitcoin-Mixer.

Da es sich um eine beeindruckende Menge an Bitcoins handelt, war es für die eingesetzte Untersuchungskommission kein großes Ding, herauszufinden, was die Täter als nächstes vorhatten: Die gestohlene Kryptowährung wurde ohne Zögern an den dubiosen Krypto Tumbler Chipmixer transferiert, der von einem Tag auf den anderen einen Höchststand aufwies und alleine schon durch diese Tatsache die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich zog.

Bei einem solchen Chipmixer handelt es sich um ein anonymes Online-Tool, das Kryptowährungen unterschiedlicher Herkunft miteinander vermischt und es dadurch nahezu unmöglich macht, die eigentliche Herkunftsquelle ausfindig zu machen. Eine häufige Verwendung von derartigen Mischdiensten wird auch von den Behörden nicht gerne gesehen, da diese oftmals im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten verwendet werden, um die Beute wieder reinzuwaschen.

Wie Coindesk berichtet, rechnete das Untersuchungsteam nach und fand etwas über 5.300 BTC in Mixing Services, während weitere 183 BTC auf Bitcoin Wallets der Hackerausgemacht werden konnten. Auch die aktiven Bemühungen der Hacker, die illegale Herkunft der Bitcoins aufzulösen konnte dadurch nachgewiesen werden.

Die Polizei mischt mit: Bitcoin-Mixer als Honeypot von Europol

Man muss dazu allerdings sagen, dass heutzutage viele Regierungen die entsprechende Technologie haben, somit auch „gemixte“ Coins zurückverfolgt werden können. Allerdings nicht ganz ohne Aufwand. Noch einfacher machte es sich Europol: Die Europäische Polizei kompromittierte einen derartigen Mixing Service und liess diesen mehr als ein Jahr lang als Honeypot laufen und sammelt so über die Zeit hinweg viele Daten über alle möglichen Verbrechen. Für Geldwäscherei im Grösseren Stil eignen sich derartige Service ebenfalls nicht. Denn Geldwäscher haben vor allem ein Ziel: Ihrem Geld einen sogenannten Paper Trail zu geben; also „dreckigem Geld“ eine saubere und nachvollziehbare Quelle zu verschaffen. Und diese Bitcoin Tumbler machen ja genau das Gegenteil, sie verschleiern die Herkunft. Generell ist vom Gebrauch derartiger Dienste abzuraten.