Bisher sind Tokens an eine bestimmte Plattform gebunden. Pantos will dies ändern. Das österreichische Startup plant das erste Token-System, das Cross-Chain-Token-Transfers möglich macht. Bei einem ICO konnte das Unternehmen, hinter dem die beliebte Wiener Krypto-Börse Bitpanda steht, vier Millionen Euro einsammeln.

Der Krypto-Markt ist stark fragmentiert. Die rund 700 Tokens, die CoinMarketCap zählt, basieren auf unterschiedlichen Blockchain-Ökosystemen, die untereinander nicht kompatibel sind. Tokens, die auf verschiedenen Blockchains liegen, lassen sich zwar tauschen – mit Atomic Swaps sogar ohne die Hilfe von Krypto-Börsen. Einen Token auf eine andere Blockchain zu transferieren, ist jedoch unmöglich. Pantos, ein österreichisches Startup, will diese Fragmentierung beenden. Deshalb hat es mit dem PAN einen eigenen Token geschaffen, der sich zwischen verschiedenen Blockchains übertragen lassen soll.

Erfolgreicher ICO trotz Marktturbulenzen

Hinter Pantos steht das Team von Bitpanda. Die Wiener Krypto-Handelsplattform war denn auch verantwortlich für den ICO des Startups. Zwischen dem 21. März und dem 18. April brachte sie 400 Millionen von einer Milliarde PAN-Tokens unters Publikum. Vom Rest gehen 10 Prozent an das Bitpanda-Team, 9 Prozent sind für Projektpartner bestimmt und ein Prozent wird im Airdrop-Verfahren an ICO-Teilnehmer verteilt. 40 Prozent der PAN-Tokens dienen als Reserve für künftige Finanzierungsrunden.

Am Token Sale beteiligten sich 7’821 Nutzer. In sechs verschiedenen Kryptowährungen kamen umgerechnet 616 Bitcoins oder mehr als vier Millionen Euro zusammen. Zwar wurde das Finanzierungsziel von maximal 1’500 Bitcoins verfehlt. Doch Paul Klanschek, Co-CEO von Bitpanda, ist mit dem Pantos-ICO zufrieden, wie er gegenüber der österreichischen Gründerplattform „Der Brutkasten“ zu verstehen gab. Die vier Millionen Euro seien kein schlechtes Ergebnis, zumal sich zu Beginn des ICOs alle Kryptowährungen im Sinkflug befunden hätten. Eine transparente Abwicklung ohne Pre-Sale, Rabatte oder Boni habe für Vertrauen gesorgt.

Erste Token-Transfers „in ein paar Monaten“

Die PAN-Tokens liegen zunächst auf der Ethereum-Blockchain. Pantos arbeitet mit verschiedenen Blockchain-Projekten zusammen, damit der PAN bald auf andere Plattformen transferiert werden kann. Geplant ist die Unterstützung der Blockchains von Bitcoin, Litecoin, Lisk, Komodo und Waves. Erste Token-Transfers sollen gemäss Klanschek „in ein paar Monaten“ möglich sein.

Sie laufen in der Anfangsphase zentral über die Website von Bitpanda. In einem nächsten Schritt will Pantos eine Programmierschnittstelle veröffentlichen, die automatisierte Transfers ermöglicht. Schliesslich – und das ist das eigentliche Ziel von Pantos – sollen PAN-Transfers dezentral, das heisst ohne die Vermittlung einer Krypto-Börse, stattfinden. Zu diesem Zweck arbeitet das Bitpanda-Team zusammen mit der Technischen Universität Wien an einem Standard namens „Token Atomic Swap Technologies“ (TAST). TAST ist ein Open-Source-Protokoll und soll sich über Pantos hinaus als Standard für Cross-Chain-Token-Transfers etablieren.

Quellen