Es handelt sich dabei um eine Verbesserung des ICO-Fundraising-Modells, das über bestimmte Aspekte einer DAO verfügt.

Die Idee kam Vitalik Buterin im Januar 2018 und soll ICOs sicherer machen, indem Investoren in den anfänglichen Projektentwicklungsprozess mit eingebunden werden.
Des Weiteren ermöglicht er Token-Holders, die Erstattung der angelegten Mittel zu fordern, falls sie mit der Arbeit der Entwickler nicht zufrieden sind.
Bei Projekten, die das DAICO-Konzept implementieren, werden die Entwickler bis zu einem gewissen Grad zur Rechenschaft gezogen, wodurch Token-Holder beruhigt sein können, dass sie entweder mindestens ein so gerade zukunftsfähiges Produkt zu sehen oder andernfalls ihr Geld zurück bekommen.

Wie funktioniert ein DAICO?

Der DAICO-Vertrag verfügt über einen Mechanismus, durch den Mitwirkende Geldmittel an das Projekt senden und dafür im Tausch netzwerkspezifische Tokens erhalten. Wenn der Crowdsale-Zeitraum endet, dann untersagt der Vertrag jedem die weitere Teilhabe, z. B. am normalen Token-Verkauf.
Nachdem der Mitwirkungszeitraum abgelaufen ist, tritt eine Variable in Kraft – und die nennt sich Tap-Variable. Dieser Vertrags-Tap kann so programmiert werden, dass die Summe (in Sekunden) zuvor bestimmt werden kann, die die Entwickler aus den Erträgen des Token-Verkaufs abziehen können.

Anfänglich wird das Limit auf Null gesetzt. Die Beteiligten können jedoch für die Erhöhung des Tap stimmen.

Welche Elemente einer DAO wurden eingebunden?

Es gibt drei Hauptelemente, die den DAO entnommen worden.

Zunächst wird in keinem Falle sämtliches Vertrauen einem zentralisierten Team entgegengebracht. Entscheidungen zu den Geldmitteln werden von Anfang an im Rahmen eines demokratischen Wahlsystems getroffen.
Zweitens wird das Geld nicht pauschal freigegeben, sondern durch einen Mechanismus im Laufe der Zeit verteilt.
Abschliessend besteht die Möglichkeit, das eingelegte Geld wieder erstattet zu bekommen. Diese Entscheidung wird durch die breite Masse getroffen. Beteiligte können beispielsweise für die Erstattung der verbleibenden Mittel stimmen, falls das Team es nicht schaffen sollte, das Projekt zu implementieren.

Wie unterscheidet es sich von einem ICO?

Der Hauptunterschied ist der Zugriff auf die Geldmittel.

Bei einem ICO haben die Entwickler nach Abschluss des Token-Verkaufs vollen Zugriff auf die eingelegten Gelder. Entwickler müssen im Vorfeld berechnen, wieviel nötig ist, um ein gerade so tragfähiges Produkt zu entwickeln. Sobald diese Summe erreicht ist – die übrigens „Soft Cap“ genannt wird – können sie mit der Arbeit am Produkt beginnen und das Geld für die Dinge einsetzen, die sie für nötig befinden. Wenn Sie diese anfängliche Soft Cap nicht erreichen, dann müssen sie das Geld zurückerstatten. Wenn sie das dann tun, sind sie aber auch nicht weiter in irgendeiner Form verpflichtet.
Mit einem DAICO können Beteiligte (während der Entwicklungsphase) über Beschlüsse abstimmen, um entweder den Tap zu erhöhen oder die restlichen eingelegten Gelder zurückzuerhalten (und damit den Vertrag quasi selbst zu zerstören).

Was sind die Vorteile im Vergleich zu ICOs?

Die Investoren erhalten mehr Kontrolle.

Die Beteiligten haben mehr zu sagen und können in der Entwicklungsphase des Projekts aktiv Einfluss nehmen. Wenn sie mit dem Fortschritt des Projektes nicht zufrieden sind, dann können sie den Vertrag auf Rückerstattung umstellen und diese Rückerstattung auch erhalten.
Dies reduziert das Risiko von Scam ICOs komplett, bei denen Entwickler einen Token-Verkauf veranstalten und sich dann mit dem Geld vom Acker machen, sobald das ICO beendet ist – natürlich ohne ein Produkt zu produzieren.
Da die Summe, die aus dem Smart Contract ausgelöst wird, begrenzt ist und strengstens kontrolliert wird, reduziert dies das Auftreten von 51%-Attacken. Selbst wenn eine 51%-Attacke passiert, bei der ein Angreifer Geld an eine von ihm ausgewählte Drittpartei senden möchte, beschränken sich die Konsequenzen auf die von den Beteiligten (oder dem Entwicklungsteam) für die Freigabe autorisierte Summe zu einem bestimmten Punkt, dem Tap.
Sobald ein Team mehrere Zehnmillionen Dollar mit einem ICO macht, sinkt für gewöhnlich die Motivation, das Projekt auch tatsächlich zu implementieren. Zumindest kommt plötzlich sehr viel weniger Bewegung in die Sache. Mit dem DAICO-Modell wird die Motivation des Teams, das Produkt beispielsweise auszuliefern, über die Lebensdauer des Produktes aufrecht erhalten.

Welche potenziellen Herausforderungen bringt das DAICO mit sich?

Wie bei jedem neuen Konzept gibt es einige Herausforderungen, die erst einmal überwunden werden müssen.

Wenn Entwickler einen Grossteil der verteilten Tokens besitzen, müssen sie möglicherweise nur einen kleinen Prozentsatz an Beteiligten beeinflussen, ihre Stimme abzugeben, um mehr Geldmittel aus dem Smart Contract auszulösen.

Die Bildung der Beteiligten ist ebenfalls von Bedeutung. Sie müssen begreifen können, warum der Preis eines bestimmten Tokens steigt oder fällt, um die richtige Entscheidung darüber zu treffen, wann man die Tap-Summe erhöhen oder sein Geld zurückfordern sollte. Die beste Entscheidung beruht auf den Tatsachen zum tatsächlichen Projekt, nicht auf Emotionen, die an den Preis eines bestimmten Tokens geknüpft sind.
Abschliessend können sich Beteiligte natürlich auch ganz und gar raushalten, indem sie dem DAICO-Konzept ihr gesamtes Vertrauen schenken und es somit nicht für nötig befinden, an Abstimmungen und Beschlüssen teilzunehmen. Das wiederum reduziert die Schwelle für die quantifizierte Mehrheit und schwächt die Sicherheit des Mechanismus.

Was sind einige der Haupteigenschaften eines DAICO?

Das ist schwer zu sagen. Das Konzept wurde bis dato ja noch nie implementiert.

Um die Frage zu beantworten, ist es jedoch nützlich, sich ein Projekt anzusehen, das die Durchführung des weltweit ersten DAICO plant:

The Abyss beispielsweise – eine digitale Distributionsplattform auf Basis eines Krypto-Reward-Ökosystems – plant, dies mit folgenden DAICO-Eigenschaften zu tun:

  • Eine Abstimmung über die Tap-Erhöhung kann nur durch die Projekt-Entwickler eingeleitet werden.
  • Es gibt dann wiederum eine prozentuale Beschränkung für die einmalige Tap-Erhöhung. Sie dient der Verhinderung von Missbrauch.
  • Die Häufigkeit möglicher Tap-Erhöhungen ist ebenfalls begrenzt, auf beispielsweise einmal alle zwei Wochen.
  • Die Abstimmung betrifft nur die Investor-Tokens, nicht die der Projekt-Entwickler.
  • Die Beteiligten werden zudem rechtzeitig vor einer geplanten Abstimmung informiert.
  • Wenn die Beteiligten sich entscheiden, das Projekt zu beenden, wird der Smart Contract auf Rückerstattung umgestellt, und das Geld wird ihnen zurückerstattet. Gleichzeitig werden die Tokens der Entwickler zerstört.

Aktueller DAICO: The Abyss

  • The Abyss

Quelle