Egal, ob man sich wie Bulle oder Bär verhält – der Goldmarkt bietet hohe Liquidität und exzellente Möglichkeiten, durch seine einzigartige Position in den ökonomischen und politischen Systemen der Welt in nahezu allen Umgebungen zu profitieren. Während viele sich dazu entschieden haben, das Metall als Naturalie zu besitzen, bietet die Spekulation auf den Termin-, Aktien- und Optionenmärkten eine unglaubliche Fremdkapitalaufnahme mit kalkulierbarem Risiko.

 

Marktteilnehmer schaffen es oftmals nicht, sämtliche Vorteile der Goldpreisschwankungen zu nutzen, weil sie nichts über die einzigartigen Eigenschaften der weltweiten Goldmärkte oder die versteckten Fallen gelernt haben, die Gewinne zunichte machen können. Ausserdem sind nicht alle Anlageinstrumente gleich: Einige Goldinstrumente erzeugen mit hoher Wahrscheinlich einen konsistenteren Saldo als andere.
Der Handel mit dem gelben Metall ist jedoch nicht schwer zu erlernen, dennoch erfordert diese Aktivität Fertigkeiten, die so einzigartig sind, wie der Rohstoff selbst. Neulinge sollten es langsam angehen lassen, wohingegen erfahrene Investoren davon profitieren, diese vier strategischen Schritte in ihre täglichen Handelsroutinen einzubauen. Während umfassende Erfahrung für gute Ergebnisse sorgt, kann ein Experimentieren bis in die Feinheiten dieser komplexen Märkte zweitrangig werden.

1. Lernen, was Gold bewegt

Als eine der ältesten Währungen auf dem Planeten, hat sich Gold tief in der Psyche der Finanzwelt festgesetzt. Fast jeder hat eine Meinung zu dem gelben Metall, das Gold selbst jedoch reagiert nur auf eine begrenzte Anzahl an Preiskatalysatoren. Jede dieser Kräfte spaltet die Polarität, die Auswirkungen hat auf Stimmung, Volumen und Trendintensität:

  • Inflation und Deflation
  • Habgier und Angst
  • Angebot und Nachfrage

Markt-Player begeben sich auf ein Terrain mit gesteigertem Risiko, wenn Sie als Reaktion auf eine dieser Polaritäten mit Gold handeln, obwohl tatsächlich jemand anders die Preisentwicklung kontrolliert. Es trifft beispielsweise ein Ausverkauf die Finanzmärkte, und der Goldpreis steigt in luftige Höhen. Viele Händler nehmen an, dass Angst den Preis des gelben Metalls hochtreibt und springen auf diesen Zug auf – im Glauben, die emotionale breite Masse würde den Preis blind weiter nach oben treiben. Dennoch hat tatsächlich die Inflation für eine Aktientalfahrt gesorgt, was noch mehr Leute der technischen Crowd anlockt, aggressiv gegen den Goldpreisanstieg zu verkaufen.

Kombinationen dieser Kräfte spielen auf den Weltmärkten immer miteinander und etablieren dadurch langfristige Motive, die zu gleichermassen langen Aufwärts- und Abwärtstrends führen. Die wirtschaftliche Stimulation der US-Notenbank begann beispielsweise 2009, hatte jedoch kaum Auswirkungen auf den Goldmarkt, weil die Markt-Player sich durch den wirtschaftlichen Kollaps im Jahr 2008 noch in einem Modus grosser Furcht befanden. Dennoch regte diese quantitative Erholung die Deflation an, was für den Goldmarkt und andere Rohstoffgruppen einen grossen Umschwung bedeutete.

Dieser Wandel passierte nicht von jetzt auf gleich, da die Konjunkturankurbelung sich schon angekündigt hat – und zwar mit gedrückten Finanz- und Rohstoff-basierten Vermögenswerten, die zurück auf einen historischen Mittelwert kletterten. Das Gold kam letztlich ganz oben an und sank 2011 wieder, nachdem der Konjunkturaufschwung abgeschlossen war und die Zentralbanken ihre quantitative geldpolitische Lockerung intensivierte. VIX entspannte sich gleichzeitig auch und signalisierte damit, dass Angst nicht länger ein massgeblicher Beeinflusser des Marktes war.

2. Die breite Masse verstehen

Gold zieht viele Crowds mit unterschiedlichen und oftmals sogar gegensätzlichen Interessen an. Goldklumpen stehen an der Spitze –echte Goldbarren zu sammeln und eine bestimmte Menge des Familienvermögens in Goldminenaktien, Optionen und Gold-Futures zu investieren. Das tun die langfristigen Player, die sich vom Abwärtstrend nicht abbringen lassen und damit weniger ideologische Player abschütteln. Zusätzlich besitzen Handelsteilnehmer nahezu die gesamte Menge an Goldklumpen, wobei nur wenige Mittel in die lange Seite des wertvollen Metalls investiert werden.

Goldklumpen bieten eine enorme Liquidität und bieten gleichzeitig aber auch sicheren Boden unter Futures und Goldbeständen, weil sie ein fortwährendes Kaufinteresse bei niedrigen Preisen bieten. Sie dienen auch dem umgekehrten Zweck der Bereitstellung eines einfachen Zugangs für Leerverkäufer, besonders auf emotionalen Märkten, bei denen eine von drei Primärkräften zugunsten eines starken Kaufzwangs polarisiert.

Zusätzlich bietet Gold einen Anreiz für massive Absicherungsaktivitäten durch institutionelle Investoren, die in Kombination mit Währungen und Anleihen kaufen und verkaufen. Hierfür nutzen sie bilaterale Strategien, die auch als „risk-on“ und „risk-off“ bekannt sind. Fonds erschaffen Körbe mit Instrumenten, die dem Wachstum (risk-on) sowie der Sicherheit (risk-off) entsprechen, und sie handeln mit dieser Kombination durch super schnelle Algorithmen. Sie sind besonders beliebt auf Märkten mit hohem Konfliktpotenzial, bei denen die öffentliche Partizipation geringer ist als normal.

3. Lesen Sie die langfristige Kurve

Nehmen Sie sich Zeit, um den Goldkursverlauf in- und auswendig zu lernen, beginnend mit dem langfristigen Verlauf der letzten 100 Jahre. Zusätzlich zum Herausarbeiten von Trends, die über Jahrzehnte anhielten, hat das Metall auch für unsagbar lange Zeiträume eine langsame Talfahrt hingelegt, wodurch ein Profit mit Gold nicht zu erzielen war. Von einem strategischen Standpunkt aus, identifiziert diese Analyse die Preise, die es zu beobachten gilt. Nämlich falls und wann überhaupt das gelbe Metall diese wieder erreicht.

Die jüngste Geschichte des Goldes zeigt seit den 1970er-Jahren wenig Bewegung. Nach Verzicht auf den Goldstandard für den Dollar hatte Gold einen langen Aufwärtstrend, der auch von der steigenden Inflation durch die explodierenden Rohölpreise bedingt war. Nachdem im Februar 1980 2076 USD pro Unze geknackt wurden, fiel der Preis Mitte der 1980er-Jahre auf um die 700 USD. Dies war eine Reaktion auf die restriktive Währungspolitik der US-Notenbank. (Siehe “The Effect of Fed Fund Rate Hikes on Gold“.) Der darauffolgende Abwärtstrend hielt bis in die 1990er-Jahre an, als das Gold wieder einen historischen Aufwärtstrend verzeichnete, der im Februar 2012 bei 1916 USD pro Unze gipfelte. Seither hat sich binnen vier Jahren ein stetiger Rückgang um rund 700 Punkte ergeben, obwohl es im ersten Quartal 2016 um 17 % anstieg. Dies war der grösste Quartalszuwachs seit dreissig Jahren. Im Dezember 2017 wurde Gold bei 1267 USD die Unze gehandelt.

4. Wählen Sie Ihren Standpunkt

Die Liquidität folgt den Goldtrends und steigt, wenn dieser signifikant steigt oder fällt, und während relativ ruhigen Zeiträume nimmt sie ab. Diese Schwankung wirkt sich auf die Terminmärkte stärker aus als auf die Aktienmärkte, da auf diesen die durchschnittlichen Partizipationsraten deutlich niedriger sind. Neue Produkte der CME Group aus Chicago haben diese Gleichung in den letzten Jahren nicht gerade optimiert.
CME bietet drei primäre Gold-Futures, den 100-Unzen-Vertrag, einen 50-Unzen-Minivertrag und einen 10-Unzen-Mikrovertrag, der im September 2011 hinzukam. Während das grösste Vertragsvolumen im Jahr 2017 über 67,6 Millionen betrug, wurden die kleineren Verträge nicht so stark gehandelt. 87.450 für den Mini-Vertrag und 0,05 Millionen für den Mikro-Vertrag. Diese geringe Partizipation hat keine Auswirkungen auf die langfristigen, über Monate gehaltenen Futures, wirken sich jedoch stark auf den Handel kurzfristiger Positionen aus, was höhere Kosten durch Slippage zur Folge hat.

SPDR Gold Trust Shares (GLD) zeigt die grösste Partizipation in allen Marktumgebungen und aussergewöhnlich enge Spreads, die bis auf einen Penny fallen können. Das tägliche Durchschnittsvolumen lag im Dezember 2017 bei 2,34 Millionen Anteilen täglich, wodurch den ganzen Tag über ein einfacher Zugriff gewährleistet ist. CBOE-Optionen auf GLD bieten eine weitere liquide Alternative mit aktiver Partizipation, die die Spreads gering hält.
VanEck Vectors Gold Miners ETF (GDX) schleppt sich durch eine grössere tägliche prozentuale Bewegung als GLD, birgt aber aufgrund der tagtäglich möglichen Variation bei der Korrelation mit dem gelben Metall ein höheres Risiko. Grosse Mining-Unternehmen sichern sich aggressiv gegen Preisschwankungen ab und senken damit die Auswirkungen von Spot- und Future-Preisen, während Betriebe ein erhebliches Vermögen in anderen natürlichen Rohstoffen vorhalten können, einschliesslich Silber und Eisen.

Der Saldo

4 Schritte, wie Sie auf dem Goldmarkt profitabel handeln Zunächst einmal lernen Sie, wie die drei Polaritäten die Mehrheit der Goldkäufe und Kaufentscheidungen beeinflussen. Als Zweites machen Sie sich mit den verschiedenen Crowds vertraut, die sich auf den Goldhandel, die Absicherung und den Besitz konzentrieren. Nehmens Sie sich als Drittes Zeit, die lang- und kurzfristigen Goldentwicklungen zu analysieren. Achten Sie dabei auf wichtige Kursstände, die eine Rolle spielen. Abschliessend wählen Sie Ihren Standpunkt für die Risikoübernahme, konzentrieren Sie sich dabei auf hohe Liquidität und einfache Abwicklung des Handels.

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