Der indische Finanzminister erklärte am 1. Februar, seine Regierung werde alles unternehmen, um die Verwendung von Kryptowährungen für illegale Aktivitäten zu unterbinden. Beobachter befürchten nun, dass Indien den Handel mit Bitcoins und Konsorten verbietet. In der Folge erlitt der Bitcoin einen weiteren Kursverlust.

Eigentlich ging es in der Rede, die der indische Finanzminister Arun Jaitley am 1. Februar hielt, um das Budget. Doch wie erwartet äusserte sich Jaitley auch zum Thema Kryptowährungen. Er bekräftigte dabei seine schon zum Jahreswechsel gemachte Aussage, dass Indien virtuelle Währungen nicht als offizielles Zahlungsmittel anerkenne.

Droht ein Bitcoin-Verbot?

Gleichzeitig sagte er, die Behörden setzten sich proaktiv mit der Blockchain-Technologie auseinander, um die Digitalisierung der Wirtschaft voranzutreiben. Aufhorchen liess indes, dass er anfügte, die Regierung werde

„alle Massnahmen ergreifen, um den Gebrauch von Krypto-Assets für illegale Aktivitäten oder als Teil des Zahlungssystems zu unterbinden“.

Der indische Wirtschaftsanwalt Monish Panda verstand das Statement so, dass die Modi-Regierung den Handel mit Kryptowährungen verbieten wolle, wie er gegenüber dem Internetportal Quartz India erklärte. Andere Beobachter glauben, dass die Regierung bloss vorhat, die Nutzung von Kryptowährungen zu regulieren. Der Finanzminister leistete keinen Beitrag zur Klärung, als er in einem Fernsehinterview nach seiner Ansprache sagte, bis eine Arbeitsgruppe die Auswirkungen digitaler Währungen geklärt habe, müssten die Menschen von deren Gebrauch abgehalten werden.

Kampf gegen die Korruption

Narendra Modi, der indische Premierminister, hatte in seinem Wahlkampf versprochen, die in Indien grassierende Korruption zu bekämpfen. 2016 liess er deshalb alle grossen Geldscheine verbannen. Nun ist die Regierung besorgt, dass Kryptowährungen das Bargeld in der Schattenwirtschaft ablösen. Dennoch hat sie bis jetzt davon abgesehen, das virtuelle Geld zu regulieren.

Die Äusserungen des indischen Finanzministers sorgten weltweit für Verunsicherung. Innerhalb von 24 Stunden nach Jaitleys Rede brach der Bitcoin-Kurs um fast 25 Prozent ein. Dies ist nicht verwunderlich, denn Indien verfügt über eine der aktivsten Krypto-Communities: Jede zehnte Bitcoin-Transaktion stammt aus dem südasiatischen Land.

Quellen