Der Netzwerkbetreiber der griechischen Hochschulen hat zusammen mit dem Blockchain-Startup IOHK ein Pilotprojekt lanciert, das zur Überprüfung von Universitätsdiplomen auf die Blockchain setzt.

Abschlussurkunden werden heute in Papierform erteilt. Wer sich für eine Stelle bewirbt, legt seinem Bewerbungsschreiben als Beleg für seine Qualifikation eine Fotokopie des Diploms, respektive des Abschlusszeugnisses bei. Solche Dokumente lassen sich leicht fälschen. Will der Arbeitgeber auf Nummer sicher gehen, muss er bei der Hochschule des Bewerbers nachfragen. Da eine Rückfrage mühsam ist und sich die Universitäten mit der Antwort oft Zeit lassen, verzichten die meisten Arbeitgeber darauf. Ein weiteres Problem von Papierdiplomen ist, dass sie verloren gehen können. Zwar muss die Universität in diesem Fall dem Abschussinhaber eine neue Urkunde ausstellen. Das ist jedoch mit Kosten verbunden.

Erster Anwendungsfall für Cardano

Ein Pilotprojekt des griechischen Hochschulnetzbetreibers GRNET und des Blockchain-Startups IOHK will diese Probleme auf elegante Weise lösen. Es sieht vor, dass die beteiligten Universitäten ihre Abschlussbescheinigungen in elektronischer Form ausstellen. Den Hash-Wert der Diplom-Datei speichern sie in der Blockchain. Erhält ein Arbeitgeber eine digitale Diplom-Kopie, sendet er sie über ein Web-Frontend an die Teilnehmer der Blockchain, die sie anhand des gespeicherten Hash-Werts verifizieren.

Derzeit partizipieren drei griechische Universitäten an dem Pilotprojekt: die Aristoteles-Universität in Thessaloniki, die Wirtschaftsuniversität Athen sowie die Demokrit-Universität Thrakien. Zum Einsatz kommt die Cardano-Enterprise-Blockchain, eine private Version der Cardano-Blockchain, die lediglich einem beschränkten Nutzerkreis die Validierung von Transaktionen erlaubt.

Es handelt sich um einen der ersten konkreten Anwendungsfälle für das Cardano-Projekt, das sich einem wissenschaftlichen Ansatz zur Lösung von Problemen bisheriger Blockchain-Konzepte verschrieben hat. Cardano verwendet ein „Ouroboros“ genanntes Proof-of-Stake-Protokoll, das gegenüber anderen Konsensalgorithmen deutlich geringere Kosten verursachen soll.

Pionierrolle des MIT

Die Griechen sind nicht die Ersten, die auf die Blockchain zur Speicherung und Überprüfung von Universitätsdiplomen setzen. Das MIT hat bereits letzten Oktober 111 Studenten ein Blockchain-basiertes Diplom ausgestellt. Der Unterschied des griechischen Projekts liegt darin, dass nicht bloß die Hash-Werte digitaler Abschlussurkunden, sondern auch die Transaktionen zur Überprüfung der Diplome in der Blockchain gespeichert werden. So lässt sich nachweisen, wer die Echtheit eines Diploms abgefragt hat und ob diese bestätigt wurde.

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