Einem Bericht der staatlichen vietnamesischen Nachrichtenagentur VNA zufolge, sieht die Regierung Vietnams eine Legalisierung der Bitcoin als Währung vor. Demnach gab der Premierminister Vietnams, Nguyen Xuan Phuc bekannt, dass Finanzministerium und Zentralbank beauftragt wurden, einen rechtlichen Rahmen zu erarbeiten, der die Nutzung von Kryptowährungen regulieren soll. Damit wären Digitale Währungen wie Bitcoin als Zahlungsmittel in Vietnam offiziell anerkannt.

Das Vorhaben der vietnamesischen Regierung kommt durchaus überraschend. In der Vergangenheit stand das südostasiatische Land einer Legalisierung von Kryptowährungen noch skeptisch gegenüber. Nun wird Ende 2018 als Zielvorgabe genannt; Fragen der Besteuerung könnten in aller Voraussicht aber erst im Sommer 2019 geklärt werden. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann und wie die Regulierung im Detail aussehen wird, ist bislang offen. Die Absichtserklärung der Regierung wird aber schon jetzt als positives Signal wahrgenommen.

Positive Effekte auf Wirtschaft und Bitcoin-Kurs erwartet

Mit seinen Plänen folgt Vietnam dem Vorbild Japans. Mit der dort bereits erfolgten vollständigen Legalisierung und Regulierung von Kryptowährungen erhielt deren Nutzung die notwendige Rechtssicherheit, die es Unternehmen ermöglicht, derartige Währungen in ihre Geschäfte zu integrieren. Die Bitcoin-Adaption in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt konnte seither ein starkes Wachstum verbuchen.

Ein solches wird nun auch für Vietnam erwartet. Neben der rapide wachsenden Wirtschaftsleistung des Entwicklungslandes spielt hier auch die unterentwickelte Infrastruktur bestehender Banken eine Rolle. Gerade die Landbevölkerung könnte von der Etablierung einer auf Kryptowährungen basierenden Ökonomie profitieren. In Vietnam besitzen über 40% noch kein Bankkonto. Aber dank schnellem Internet und günstigen Smartphones haben bereits einige Vietnamesen angefangen, digitale Währungen zu nutzen. Vietnam ist ein Land voller jungen Menschen: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt weit unter 30 Jahren. Und es sind gerade junge, männliche Technikbegeisterte mit Bezug zur Gaming Szene, die Bitcoin anfangen zu nutzen. Und zudem gibt es in Vietnam auch bereits erste Akzeptanzstellen.

In jedem Fall wird ein rechtlicher Rahmen einen positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum dieser Regionen haben. Und vielleicht war dies gar der entscheidende Punkt, der bei den Überlegungen der Vietnamesischen Regierung eine entscheidende Rolle spielt. Die Beseitigung bestehender Grauzonen im Handel mit Kryptowährungen ist eine entscheidende Voraussetzung für deren Kommerzialisierung. Entsprechend wurden die Pläne der vietnamesischen Offiziellen von Bitcoin-Händlern positiv aufgenommen. Und dies ist jetzt Spekulation, aber eine tatsächliche baldige Legalisierung dürfte den Bitcoin-Kurs erheblich positiv beeinflussen. Zumal Vietnam mittlerweile 95 Millionen Einwohner hat und in Südostasion eine immer wichtigere Rolle spielt.

Südkorea als Vorbild?

Bitcoin erobert Asien und gilt mittlerweile in Südkorea sowie den Philippinen als annerkante und akzeptierte (Geld)überweisungsmethode. Die Südkoreanische Regierung im Speziellen hat einen intelligenten gesetzlichen Rahmen geschaffen, damit Bitcoinbörsen und Services legal operieren können — und damit zumindest in Südkorea einen regelrechten Boom ausgelöst. Südkorea ist mit Abstand und über Jahre hinweg der grösste Investor in Vietnam. Und vielleicht hat dies auch den Sinneswandel im Bezug auf Digitale Währungen beeinflusst.

Quelle

[1] Kroll – INVESTIGATIONS AND DISPUTES – Whitepaper
[2] VN – Government considers recognising bitcoin in Vietnam

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