Steven Soderbergh wagt sich mit «The Laundromat – Die Geldschäscherei» an die als Panama Papers bekannt gewordenen Betrugsfälle rund um die Geldwäsche mittels Briefkastenfirmen heran. Dabei ist nicht nur der Regisseur bestens bekannt, sondern die Komödie ist hochkarätig besetzt: Antonio Banderas, Gary Oldman, Meryl Streep.. doch so ganz überzeugen kann die Verfilmung rund um einer der grössten Hacks und Leaks der Finanzwelt nicht.

Als Panama Papers wurden die vertrauliche Unterlagen des panamaischen Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca bezeichnet, welche durch einen unbekannten geleakt wurden. Ganze 2.6 Terrabyte umfasste der Stabel an Dokumenten und die Enthüllungen haben in zahlreichen Ländern zu Ermittlungen gegen Politiker und andere Prominente geführt. Viele Steuerbehörden freuten sich über diese kostenlose Lieferung an Beweismaterial. Der Film erzählt eine wahre Geschichte, der Plot kommt aber als zynische Komödie daher.

So zynisch und unterhaltsam ist diese Komödie dann aber doch nicht. Es ist ein komplexes Thema und es gelingt Steven Sonderbergh nicht, dieses einfach darzustellen. Es gibt nicht viel Hintergründiges zu erfahren, man sieht lediglich wie ein paar Juristen ein paar Dokumente unterzeichnen. Erfrischend ist daher die Leistung der Schauspieler. Die Charakteren wirken echt und die frische Erzählweise – der Film kommt als eine Art Rahmengeschichte daher – passt gut zum Plot. Romantische Ironie ist nicht nur Erzählstil, sondern auch eine passende Metapher für die verschachtelten Shell-Companies. Das Ende ist bekannt, am Schluss des Filmes sind die beiden intelligenten und mächtigen Anwälte mit ihrer Firma bankrott. Die Hauptfigur Meryl Streep gibt sich als hartnäckige aber zu moralische Jägerin. Über die wahren Kriminalfälle wird kaum berichtet und Film zeigt auch in keinster Weise einen Ansatz auf, wie in Zukunft Betrügereien in der Versicherungsbranche sowie schwergewichtige Korruptionsfälle in der Politik vermieden werden können. Sicher ist, Bildung schützt immer noch am Besten vor Scharlatanen. Und die eigentlichen „Verbrechen“, also beizpielsweise ein korrupter Politker, welcher Bestechungsgeld annimt, werden im Film so gut wie gar nicht erwähnt oder nur alls billiger, obeflächlicher Actionknüller eingeflochten. Von einem Regisseur wie Steven Soderbergh, der ja selber schon Drehbücher und Geschichten schrieb, ist mehr zu erwarten; vergeblich. The Laundromat wirkt pseudo-moralisch und der Film als Ganzes ist bestenfalls seichte Unterhaltung auf tiefem Niveau. Wer den Film auf Netflix dennoch ansehen möchte:

Trailer: The Laundromat – Die Geldwäscherei

The Laundromat auf Netflix ansehen: