Die von Facebook geplante digitale Währung Libra hat weltweit kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Trotz des Aufruhrs, den Libra in den USA und Europa erzeugt hat, behält Facebook den Launch der Kryptowährung jedoch fest im Blick. Während Frankreich noch schwor, Libra in Europa zu blockieren, wurde von anderer Seite bestätigt, dass Libra in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 auf den Markt kommen werde.

Die Bestätigung des Starts von Libra folgt auf die Nachricht, dass die Libra Association eine Lizenz für ein Zahlungssystem in der Schweiz anstrebt. Zur Bewältigung politischer und regulatorischer Fragen rekrutieren Mitarbeiter von Facebook und Libra derzeit Lobbyisten, um ihre Agenda voranzutreiben.

Kunden sollen nach dem Launch der Kryptowährung in der Lage sein, Libra online oder an lokalen Wechselstuben zu kaufen und sie mit kompatiblen Brieftaschen-Apps von Drittanbietern oder Facebooks eigener Calibra-Brieftasche auszugeben, die in WhatsApp, Messenger und die eigene App integriert werden soll.

Eine Libra ist dabei eine Einheit der Kryptowährung, die durch ein Unicode-Zeichen mit drei wellenförmigen horizontalen Linien dargestellt wird. Der Wert einer Libra soll weitgehend stabil bleiben, was die digitale Währung zu einem attraktiven Tauschmittel macht, da Händler darauf vertrauen können, dass sie heute keine Währung erhalten, die morgen weniger wert ist. Ziel ist es, stets 100% des Wertes der Libra im Umlauf zu halten und den Wert der Währung mit mit realen Vermögenswerten zu sichern.

Der Wert der Libra ist an eine Kombination von Bankeinlagen und kurzfristigen staatlichen Wertpapieren gebunden, sowie an eine Reihe historisch stabiler internationaler Währungen, einschließlich des amerikanischen Dollars, des britischen Pfunds, des Euro, des Schweizer Franken und des japanischen Yen. Die Libra-Association verwaltet diese Vermögen und kann den ihre Kombination gegebenenfalls anpassen, um signifikante Kursschwankungen in einer der Fremdwährungen auszugleichen. So soll der Wert der Libra langfristig konstant bleiben. Die Libra-Association ermittelt derzeit noch den genauen Startwert für ihre neue deigitale Währung. Der Wert sollte jedoch in etwa dem Wert eines Dollars, Euros oder Pfunds entsprechen.

Facebook wird Libra allerdings nicht vollständig kontrollieren, sondern nur eine einzige Stimme in seiner Führung erhalten, wie andere Gründungsmitglieder der Libra-Association auch. Die Libra Association, der mehr als zwei Dutzend Mitglieder angehören, soll die Kryptowährung überwachen. Der Hauptsitz der Non-Profit-Gruppe befindet sich in der Schweiz. Unter den Gründungsmitgliedern der Organisation befinden sich Größen wie Visa, Uber, Paypal, Spotify und Andreessen Horowitz, die jeweils mindestens 10 Millionen US-Dollar in den Betrieb des Projekts investiert haben. Der Verband möchte die Open-Sourcing-Plattform Libra Blockchain und Developer mit eigener Programmiersprache Move bewerben und Unternehmen dazu verpflichten, Libra als Zahlungsmittel zu akzeptieren und Kunden attraktive Rabatte gewähren.

Facebook gründete eine Tochtergesellschaft namens Calibra, die die Krypto-Transaktionen abwickeln und die Privatsphäre der Nutzer schützen soll. Librazahlungen sollen demnacht nicht mit den Facebook-Daten der Nutzen vermischt werden. Calibra und andere Gründungsmitglieder der Libra-Association werden jedoch Zinsen auf das Geld verdienen, das die Nutzer in Reserve halten, um den Wert der Libra stabil zu halten.

Die Einführung der Libra soll den elektronischen Handel zugänglicher und den Online-Einkauf ingesamt erschwinglicher machen und die Aussichten für Verbraucher und Unternehmen dadurch verbessern.

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