Die Anonymität beim Goldkauf soll in Zukunft teilweise aufgehoben werden. Die Bundesregierung möchte damit gegen Geldwäsche vorgehen, Kritiker des Vorhabens befürchten jedoch einen Eingriff in die bürgerliche Freiheit. In anderen Ländern sind die Gesetzte bereits wesentlich strenger als in Deutschland.

Die Obergrenze für anonyme Goldkäufe soll drastisch gesenkt werden. So sollen die Edelmetallhändler bereits ab dem Jahr 2020 dazu verpflichtet werden, die Personalien der Käufer zu kontrollieren und eine Risikoanalyse durchzuführen. Der Entwurf für die Gesetzesänderung stammt aus dem Bundesministerium für Finanzen, muss aber noch im Bundestag diskutiert werden. Bislang liegt die Obergrenze für anonyme Goldkäufe in der Bundesrepublik bei 10.000 Euro. Ein einfacher Barren mit einem Gewicht von 50 Gramm kostet aktuell über 2.000 Euro – der Kauf wäre dann nicht mehr ohne die Offenlegung der Personalien möglich.

Die Käufer sollen einen Identitätsnachweis erbringen müssen. Falls eine Firma das Gold erwerben möchte, müssen die wirtschaftlich Berechtigten, also die Eigentümer, ihre Identität nachweisen. Die Händler müssen ausserdem prüfen, ob es einen kriminellen Hintergrund für den Kauf geben könnte. Dazu zählen auch Unternehmen aus Hochrisikoländern sowie politisch exponierte Personen. Die Geschäftsbeziehungen werden dann genauer untersucht. Falls ein Händler verdacht schöpft, muss er den potentiellen Kunden an die Behörden melden. Dem Händler droht eine Geldstrafe, falls er dieser Meldepflicht nicht nachkommt.

Wird Gold in Deutschland bald teurer?

Der Entwurf würde am 10. Januar 2020 als Gesetz in Kraft treten und die geltende EU-Richtlinie zur Geldwäsche durchsetzen. Die EU möchte mit der Richtlinie verstärkt gegen die Finanzierung von Terroristen und Geldwäsche vorgehen. Die Richtlinie umfasst diverse Themengebiete und wirkt sich nicht nur auf den Goldmarkt, sondern auch auf den Kunstmarkt, die Kryptowährungen, Glücksspiel und Immobilien aus. Es ist gerade mal zwei Jahre her, als die Grenze von 15’000 Euro auf 10’000 Euro herabgesetzt wurde. Die Gründe waren damals die gleichen. Kritiker vermuten, dass die Geldströme besser kontrolliert werden sollen. Sicher ist, der zusätzliche Aufwand wird das Gold in Deutschland teurer machen.

Kaufen Deutsche ihr Gold bald in der Schweiz?

Es gibt in der Schweiz keinerlei Beschränkungen für privaten Goldbesitz, der Erwerb kann bis zu einem Wert von CHF 25’000 Franken auch anonym erfolgen. Es gibt keine Behinderungen bei Im- oder Export des Edelmetalls und eine Besteuerung von Edelmetallanlagen findet praktisch nicht statt.

Zu guter Letzt gehört die Schweiz zu den weltweit größten Verfechtern der Eigentumsrechte von Ausländern. Die Schweiz ist deshalb die perfekte Lösung für Privatpersonen, die physisches Gold kaufen, lagern und später verkaufen wollen. Wird die Schweiz wieder vermehrt zum Goldhändler und Goldlagerort für (reiche) Menschen aus der ganzen Welt?