Die Stadt Wien hat die „Wien Tokens“ angekündigt. Die virtuelle Währung soll als Belohnungssystem fungieren und die Einwohner der Stadt für Umweltschutz belohnen. Unter dem Motto „CO2-Reduktion für Kultur“ wird es dann Gtatis-Coins für zurückgelegte Schritte oder das Aufsammeln von Müll geben.

Token-Belohnungen für Umweltschutz

Mit den Wien Token soll das ökologische Verhalten der Bewohner Wiens belohnt werden. Wie die Wiener Wissenschaftssekretärin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ) am Dienstag im Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten bekanntgegeben hat, haben die Planungen bereits begonnen.

Umgesetzt werden soll das Projekt über eine eigene App. Die Blockchain-basierte Applikation soll etwa Schritte zählen und die Nutzer für zurückgelegte Kilometer mit Wien Tokens belohnen. Diese sollen sich anschließend in verschiedenen kulturellen Einrichtungen in Wien nutzen lassen. Geplant sind etwa kostenlose Museums-Besuche und Teilnahmen an interessanten Veranstaltungen.
Die Verantwortlichen versprechen einen hohen Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre. Man wolle den Schritt in Richtung Blockchain-Einsatz im Verwaltungs- und Governancebereich gehe, so die verantwortliche Informatikerin Shermin Voshmgir, und langfristig sogar Aspekte wie Stromverbrauch oder Müllreduktion in das Konzept einbringen.

Erster Test im kommenden Jahr

Aktuell steht das Projekt noch ganz am Anfang. Es handle sich um ein Experiment, um herauszufinden, ob derartige Bonussysteme sich langfristig positiv auf das Verhalten der Menschen auswirken, so Kaup-Hasler und Voshmgir. Anders als „Social Score Cards“, wie sie etwa in China zum Einsatz kommen, basiert das System auf Belohnungen anstelle von Sanktionen.
Im kommenden Jahr ist ein erster Test in einem geschlossenen Nutzerkreis denkbar. Die Universität Konstanz begleitet das Projekt und stellt sicher, dass die Sicherheit sowie eine geringe Einstiegshürde gewährleistet ist.

Mit dem Projekt möchte die Stadt Wien das „Zentrum des Digitalen Humanismus“ werden. Begleitend zum Wien Token sollen bis zu 320.000 Euro in Forschungsprojekte fließen. Weitere Pläne umfassen unter anderem ein neues Technologie-Museum, das sich ausschließlich auf aktuelle Entwicklungen konzentriert sowie einen weiteren Ausbau der „Science Center“ in Wien.