Die Gewerkschaft Verdi und Heise.de gaben diese Woche bekannt, dass das Unternehmen Paypal an einigen Berliner Standorten drastische Stellenkürzungen plant.

Am Sitz der Konzerntochter Paypal Europe SE in Berlin-Wilmersdorf sollen 309 von 355 Stellen gekürzt werden. Dies entspricht einem Anteil von über 87 Prozent der aktuell Beschäftigten. Gegenüber dem Betriebsrat wurden die geplanten Kündigungen am 18. Juni bekannt gemacht. Die Tätigkeiten des Teams aus Berlin sollen teilweise an andere Paypal Standorte verlegt oder an externe Partner vergeben werden. Welche Jobs von den Kürzungen genau betroffen sind, wollte Paypal nicht preisgeben.

Für Verdi kommen diese Pläne aufgrund der stets ausgezeichneten Unternehmensergebnisse überraschend. Es wird zurzeit an einem Interessensausgleich und einem entsprechenden Sozialplan gearbeitet. Paypal möchte dabei eine faire Einigung mit dem Betriebsrat erzielen und die betroffenen Mitarbeiter unterstützen.

Nicht nur in Wilmersdorf werden fast alle Stellen gekürzt. Weitere Umstrukturierungen präsentierte Paypal auch am Standort der Paypal Deutschland GmbH in Dreilinden. In Ermangelung eines Betriebsrats verhandelt für diesen Standort Verdi.

Gerüchte besagen, dass sich ein Outsourcing an polnische Standorte des Dienstleisters Sitel für die massiven Entlassungen verantwortlich zeige. In einer Stellungnahme erklärt Paypal, dass im Kundenservice bereits seit einigen Jahren interne und externe Teams kollaborieren. Trotz Kürzungen werde der hohe Standard in der Kundenbetreuung auch in Zukunft gesicher