Der Goldpreis kletterte am Freitag fleissig und erreichte den Höchststand der knapp letzten sechs Jahre. Einige vermuten der Grund seien die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken, welche auf Hochtouren laufen. Andere wiederum machen politische Spannungen wie aktuell zwischen USA und Iran für den Anstieg verantworlich. Aber am wahrscheinlichsten ist die These dass die Aussicht auf Zinssenkungen in den USA die aktuelle Goldrally ausgelöst hat. Der Chef der US-Notenbank Fed hatte am späten Mittwochabend europäischer Zeit eine Leitzinssenkung bereits im Juli angedeutet. Und nicht wenige Marktbeobachter fragen sich nun: Kommt jetzt das Comeback des Jahrhunderts?

Gold ist und bleibt der sichere Hafen, wenn eine zuverlässige und langzeitige Geldanlage gefragt ist. In der Vergangenheit musste sich das Edelmetall den Aktienmärkten geschlagen geben, doch die aktuellen Entwicklungen deuten in vielerlei Hinsicht auf eine steigende Nachfrage hin.

Krisensicher – mit Einschränkung

Gold erfreut sich seit jeher einer großen Beliebtheit, schließlich gilt die endliche Ressource als das Zahlungsmittel schlechthin und wird in allerlei Bereichen als ein essenzieller Bestandteil benötigt. Die Elektro- und Schmuckbranche beispielsweise ist auf Gold in einem hohen Maße angewiesen. Der Goldpreis ist demnach weitestgehend entkoppelt von kurzzeitigen Trends. Dennoch geht die Rechnung der proportionalen negativen Rückkopplung nicht immer auf. So konnte der Goldpreis zum Beispiel während der Aktienflaute zwischen 2009 und 2011 kaum zulegen.

Den Grund für dieses Verhalten sehen viele Experten in der Entwicklung des Realzins begründet. So sind es erfahrungsgemäß weniger politische Entscheidungen oder Spannungen in Krisenregionen, die den Goldpreis anheben: Eine Gold-Hausse trat in der Vergangenheit nahezu immer in Zeiten einer massiven Geldentwertung auf. Desto höher die Inflationsraten ausfielen, desto mehr Anleger flüchteten in die internationale Goldstätte.

Auch derweil spricht die Zinsentwicklung für einen Nachfrage-Boom. Die letzten Jahre belegen diese Annahme in jeder Hinsicht: Seitdem die US-Notenbank – ebenso wie die Europäische Zentralbank – ihre Niedrigzinspolitik einläutete, stieg der Goldpreis kräftig an. In den fünf Jahren der Subprime-Krise konnte das Edelmetall sogar ein Plus von gut 750 Dollar auf 1.750 Dollar verzeichnen – pro Unze. Die Ankündigungen beider Notenbanken, den Zinssatz weiterhin nicht anzuheben, bestärkt demnach die Analysten. Sogar Experten wie der Finanzstratege Paul Tudor Jones glauben an den Aufschwung und beteuern, sie wollen sich dem Goldmarkt zuwenden.

Ebenso überzeugen können die nackten Zahlen: Eine Chartanalyse macht schnell deutlich, dass sich ein enger Anlegerkorridor zwischen einem Preis von 1.345 und 1.390 Dollar gebildet hat. Würde der Goldpreise diese Mauer nun überwinden, ist mit einem deutlichen Signal, gefolgt von einem wechselseitigen Aufwärtstrend zu rechnen. Hinzu kommt, dass der MACD (Moving Average Convergence/Divergence) den Goldpreis im Aufwind sieht.


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