Die Schweiz ist immer noch ein attraktiver Standort für internationale Unternehmen aber die Schweiz ist als Standort für Hauptsitze von Platz 1 auf Platz 3 abgerutscht. Im Zeitraum von 2009 bis 2013 entschieden sich 27 Prozent der Unternehmen, die ihren Hauptsitz verlagerten, für die Schweiz. 2014 bis 2018 waren es nur noch 19 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Switzerland – wake up“ von McKinsey, welche die Gründe benennt und auch Empfehlungen liefert, wie die Erosion gestoppt werden kann.

Was haben folgende Firmen gemeinsam: Apple, Amazon, Alibaba, Alipay, Facebook, Netflix, LinkedIn, Airbnb, Starbucks, Tesla und Uber? Genau, sie alle wählten andere europäische Standorte. Ausser im Bereich Blockchain hat es die Schweiz verpasst, internationale Unternehmen in wachstumsstarken Sektoren anzuziehen. Daher ist die Studie von grossem Interesse: Die Analyse beleuchtet, in welchem Ausmass internationale Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Hauptsitze verlegt haben – und wohin. Ebenso ist die Bedeutung von international tätigen Unternehmen für die Schweizer Volkswirtschaft analysiert worden.

Die Studie basiert auf Interviews mit mehr als 100 CEOs internationaler Unternehmen, einschliesslich der Mehrheit der SMI-Unternehmen. Mit international tätigen Unternehmen sind sowohl Schweizer als auch ausländische Unternehmen gemeint.

switzerland

Entwicklung Anteile an An- und Umsiedlungen von Hauptsitzen in ausgesuchten Europäischen Ländern
Anteil an An- und Umsiedlungen in %, Länder-Rangliste (#), Veränderung Anteile in Prozentpunkten
Total Anzahl An- und Umsiedlungen: 217 (2009-18)

Der Verein Swiss Holdings (Verband der multinationalen Unternehmen in der Schweiz) hat eine nutzenstiftende Zusammenfassung zusammengestellt:

 

International tätige Firmen sind für die Schweiz von zentraler Bedeutung

  • International tätige Firmen aus dem In- und Ausland leisten einen massgeblichen Beitrag zur Schweizer Wirtschaft. Sie generieren über ein Drittel desSchweizer Bruttoinlandsprodukts, 1,3 Mio. Arbeitsplätze in hoch produktiven Sektoren und fast die Hälfte der Unternehmenssteuer auf Bundesebene.
  • International tätige Unternehmen, die sich in den vergangenen zehn Jahren in der Schweiz niedergelassen haben, steuerten 3,5 Mrd. CHF pro Jahr zum BIP bei. Zusätzlich generierten sie jährlich 500 Mio. CHF Steuereinnahmen.

Die Schweiz hat an Attraktivität eingebüsst

  • Die Schweiz ist als Standort für Hauptsitze von Platz 1 auf Platz 3 abgerutscht. Im Zeitraum von 2009 bis 2013 entschieden sich 27% der Unternehmen, die ihren Hauptsitz verlagerten, für die Schweiz. 2014 bis 2018 waren es nur noch 19% – obwohl die Anzahl von An- und Umsiedlungen in Europa gestiegen ist. Global gesehen blieb die Schweiz zwar ein wichtiger Standort für Hauptsitze, büsste jedoch
    im Vergleich zu Singapur und Dubai an Bedeutung ein.
  • Die Schweiz hat es verpasst, internationale Unternehmen in wachstumsstarken Sektoren anzuziehen. Global expandierende Tech-Firmen und chinesische Unternehmen – z.B. Apple, Amazon, Alibaba, Alipay, Facebook, Netflix, LinkedIn, Airbnb, Starbucks, Tesla und Uber – wählten andere europäische
    Standorte. Gleichwohl bleibt die Schweiz grundsätzlich wettbewerbsfähig und konnte im Bereich Life Sciences sogar dazugewinnen.
  • International tätige Unternehmen verlagern Aktivitäten vermehrt ins Ausland. Während Unternehmen in der Vergangenheit vor allem BackofficeTätigkeiten in ausländische Shared Services Centers verlagerten, werden in jüngster Zeit auch vollständige Kompetenzzentren im Ausland aufgebaut, z.B. im Bereich Digital und Advanced Analytics.

Switzerland – wake up

  • Die Schweiz weist zunehmend Defizite auf bei Standortfaktoren wie derVerfügbarkeit und Mobilität von hochqualifizierten Arbeitskräften. TraditionelleStärken wie steuerliche und regulatorische Stabilität beginnen zu verblassen. Zudemverliert die Schweiz auch im Standortmarketing gegenüber Ländern, die besser koordiniert, mit mehr Ressourcen und aktiver für die Ansiedelung neuer und den Erhaltbestehender international tätiger Unternehmen werben.
  • Die Schweiz könnte wieder zum führenden Standort für internationaltätige Firmen werden. Dafür sollte sie zu ihrer wirtschaftsfreundlichen, pragmatischen Grundhaltung zurückfinden und dabei insbesondere  1) ihre Einwanderungspolitik für hochqualifizierte Arbeitskräfte überdenken und mehr Studienplätzefür stark nachgefragte Fachrichtungen bereitstellen, 2) ihre Position im internationalen regulatorischen, wirtschaftlichen und steu

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