Was unglaublich klingt, wird von zwei hessischen Firmen nun in die Tat umgesetzt: Mithilfe von Bakterien möchten sie, ganz ohne giftige Stoffe, Gold in Minen abbauen. Die kleinen Helfer können außerdem Edelmetalle im Elektroschrott freilegen.

Bakterien, die Gold schürfen

Die Brain AG hat lange daran gearbeitet, ihre Bakterien auszubilden. Nun haben die Mitarbeiter der hessischen Firma es geschafft und das Ergebnis wird momentan im Labor beobachtet. Hier findet man einen Behälter mit einer recht unscheinbaren bräunlichen Flüssigkeit, auf der sich Schaum gebildet hat. Dieser Schaum wird durch ein Mühlrad abgetragen. Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Im Schaum verbergen sich die Goldpartikel, die die Bakterien im Behälter an sich gebunden haben.

Von der Flasche in die Mine

Im vergangenen Herbst startete die Brain AG erste Experimente. Ziel war es, ein Verfahren zur ungiftigen Goldgewinnung zu entwickeln, denn bis heute wird Gold mithilfe von giftigen Substanzen abgebaut. In kleinen Flaschen wurde das Verhalten der Bakterien zunächst untersucht und das Verfahren immer weiter optimiert. Gemeinsam mit dem Chemieunternehmen CyPlus will die Firma aus Hessen die Bakterien nun in Minen testen.

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Bakterien spüren auch Edelmetalle im Elektroschrott auf

Neben dem Einsatz in Goldminen können die Bakterien noch in einem zweiten Bereich eingesetzt werden. Auch die Freisetzung von Edelmetallen im Elektroschrott soll mit ihnen möglich sein. In dieser Art von Schrott steckt eine Menge Gold und Silber, das mit herkömmlichen Mitteln nur schwer freizulegen ist. Wird dieser Elektroschrott fein gemahlen und mit Wasser vermengt, können die Bakterien sich an die Edelmetalle binden und diese an die Oberfläche befördern. Das Metall wird daraufhin abgeschöpft, gereinigt und kann dann wiederverwendet werden.

Zukünftige Einsatzmöglichkeiten

Laut den Forschern muss es noch zahlreiche bisher unbekannte Einsatzmöglichkeiten für Bakterien geben. Dort, wo Metalle in der Natur vorkommen, lassen sich auch die hilfreichen Bakterien finden. So suchen die Forscher zum Beispiel in der Wetzlarer Erzgrube Fortuna nach weiteren Arten. In Zukunft möchte das Unternehmen Bakterien für weitere Einsätze rekrutieren: Es soll beispielsweise eine Möglichkeit zum Filtern von schädlichen Metallen aus herkömmlichem Müll entwickelt werden.

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