Unter den Begriff Stablecoins (auch: Stable Coins) fallen solche Kryptowährungen, die jeweils an einen stabilen Vermögens- oder Geldwert geknüpft sind, um den Wert der digitalen Währung abzusichern. Als Referenz dienen sowohl krisensichere Edelmetalle wie Gold und Silber als auch wertbeständige Fiatwährungen wie der Euro, der US-Dollar oder der Schweizer Franken.

Funktion: Stablecoins reduzieren das hohe Kursschwankungsrisiko von Kryptowährungen

Der Kryptomarkt insgesamt und die Kurse von Kryptocoins sind volatil. Dies bedeutet, dass innerhalb kurzer Zeit signifikante Kursschwankungen möglich sind, also die gehandelten Kurse sprunghaft ansteigen oder fallen können. Insbesondere fehlt die allgemeingültige Anerkennung als Tauschmittel. So besteht im Alltag nicht die Möglichkeit, flächendeckend mit digitalen Kryptocoins zu bezahlen. Darüber hinaus erzielen Besitzer von klassischen Kryptowährungen bei einer positiven Kursentwicklung nur theoretische Gewinne, da der Gegenwert nicht abgesichert ist.

Um zum Beispiel mit dem Bitcoin faktische Kursgewinne zu realisieren, wäre es erforderlich, die Kryptowährung konstant gegen Fiatgeld umzutauschen. Jedoch ist ein permanentes Umtauschverfahren aufwendig und zugleich in finanzieller Hinsicht nachteilig, da bei jeder Transaktion mit Kryptogeld Gebühren zu entrichten sind.

stability

Emission von Stablecoins, Verbreitung und Stablecoin-Index

Emittierende Unternehmen, die Stablecoins auf den Markt bringen, verknüpfen den Coin oder Token des Kryptogeldes mit dem Wert eines Stabilisators wie dem Schweizer Franken (CHF), sodass der Kurs der Kryptowährung ähnlich stabil wie der CHF-Kurs ist. Da ein Stablecoin die zugrunde liegende Fiatwährung nur als Referenzgröße abbildet, sind weiterhin Wertschwankungen möglich. Deshalb können Stablecoins trotz identischer Bezugsgröße wie US-Dollar oder Euro im Kurswert leicht voneinander abweichen – aber mit hoher Wahrscheinlichkeit weitaus weniger sprunghaft als bei nicht stabilisierten Kryptowährungen.

Im August 2017 verunsicherte der Hard Fork in der Blockchain des Bitcoins die Community und aus der abgespaltenen Blockkette resultierte der Bitcoin Cash (BCH) als viertgrößte Kryptowährung. Der Bitcoin als Leitwährung verlor im Jahr rund 50 Prozent an Wert, infolgedessen die Nachfrage nach abgesicherten Stablecoins, darunter Trusttoken, Circle und Tether, deutlich stieg.

Dabei gibt es 3 unterschiedliche Arten von Stablecoins:

  • Fiat-gedeckte Stable Coins
  • Von Kryptowährungen gedeckte Stable Coins
  • Stable Coins mit algorithmischer Deckung

Am Finanzmarkt zeigt der Stablecoin-Index, der sich nach verschiedenen Kategorien differenzieren lässt, die Kursschwankungen zwischen den gelisteten Kryptocoins zum transparenten Vergleich an.

Stable Coins erhalten den Segen der US-Behörden

Das New Yorker Department of Financial Services (NYDFS) hatte im September zwei neue Stable Coins genehmigt. So lässt die Finanzaufsicht nun auch den Gemini Dollar (GUSD) und den Paxos Standard (PAX) zu. Damit gesellen sich zum wohl bekanntesten Vertreter Tether nun Stable Coins der Gemini Trust Company und der Paxos Trust Company.

Fazit

Die Stable Coins sind neben den Security Token DER Trend im Jahr 2018. Aber der Begriff „Stabil“ ist eigentlich nicht ganz korrekt. Denn eigentlich machen Stablecoins nichts anderes, als eine Fiatwährung 1:1 abzubilden. Die Stablecoins standen auch im Kreuzfeuer der Kritik, weil diese vermeintlich stabilen Token angeblich verwendet wurden, um den Bitcoin-Kurs auf einigen Exchanges zu manipulieren. Dennoch sind die Stablecoins am kommen und bieten insbesondere für Trader eine angenehme Möglichkeit, Kursschwankungen von volatilen Kryptowährungen auszuweichen. Und ja, vielleicht sind die Stablecoins gerade deswegen ein wichtiger Faktor für die Massenadaption von Kryptowährungen.

Quelle

>> Explaining Stable Coins, The Holy Grail Of Cryptocurrency