Das Jahr 2018 war von verschiedenen Emerging-Market-Krisen geprägt. Von der Türkei nach Argentinien hat das Vertrauen in lokale Währungen massiv nachgelassen, was zu einem Währungs- und Anleihenchaos geführt hat. Der Schwerpunkt liegt nun auf Südafrika, ein weiteres Land mit einer Währung deren Wert sich in nur einem Jahr halbiert hat. Immerhin: In Südafrika ist Bitcoin mittlerweile populär und könnte eine derartige Krise abfedern und den Leuten helfen, ihre Ersparnisse halbwegs zu schützen.

Alleine die Tatsache, dass eine Regierung eines Landes beschliesst, Farmer und Grossgrundbesitzer zu enteignen und das Land solidarisch in der Bevölkerung aufzuteilen verheisst nichts Gutes. Gewaltsame Verstaatlichung in grossem Massstab hat bis jetzt fast immer zu einem Wertezerfall der lokalen Währung geführt. Investoren ziehen sich aus dem Land zurück, denn man weiss ja nicht, was als nächstes verstaatlicht wird. Aber schauen wir Südafrika mal aus einem analytischen Blickwinkel an:

Bei der Prüfung, ob ein Schwellenmarktland von einer Währungskrise bedroht ist, ist der wirtschaftliche Indikator der Wahl die Importdeckung. Etwas konkreter: Die Messung der Höhe der Devisenreserven eines Landes im Verhältnis zu seinen Importen. In der Regel wird ausgedrückt, wie viele Monate die Devisenreserven die Importe sozusagen decken können, bevor sie aufgebraucht sind. Ein Schwellenland mit einer Einfuhrdeckung von 10 oder mehr Monaten gilt als stabil. Südafrikas Import-Deckung beträgt 5,5 Monate, noch im Dezember 2015 waren es 7 Monate. Nach Angaben der Weltbank ist das ungefähr dasselbe wie in der Türkei. Zum Vergleich: Die chinesische Einfuhrdeckung beträgt 16 Monate.

Dies bedeutet, dass der Druck auf die Devisenreserven Südafrikas zunimmt, die nicht nur für Importe, sondern auch für die Auslandsschulden des Landes aufkommen müssen. Reserven werden auch verwendet, um eine Währung vor Angriffen durch Intervention zu schützen, aber ein Land mit geringen Reserven hat wenig Verteidigung. Wenige negative Nachrichten können schnell Panik auslösen.

Der Marktpreis und eine Analyse

Die folgende Grafik zeigt die Menge des südafrikanischen Rands, die benötigt wird, um einen US-Dollar zu kaufen. Der Wechselkurs erreichte im Februar dieses Jahres ein Tief von 11.5078 Rand, und er bewegt sich derzeit um 15. Selbst ein weiteres Tool, die sogenannte Elliottwellenanalyse weist auf ein viel höheres Niveau des Wechselkurses hin, was einen abfallenden Rand bedeutet. (Das ist eine eher umstrittene Analyse, wobei man den Kurs in 4 Wellen einteillt um dann die nächste, also die fünfte Welle voraussagen zu können. Einige Trader schwören auf diese Methode, andere eher weniger. Auf den Südafrikanischen Rand angewendet schürt ebendiese Analyse Ängste. Gemäss dieser wird der Rand in naher Zukunft stark an Wert verlieren:

Südafrika Hyperinflation

Trotz Boykott der Banken: Bitcoin bleibt in Südafrika populär

Obwohl die grössten Banken und die Zentralbank in Südafrika seit kurzem beschlossen hatten, Kryptowährungen gesetzlich nicht anzuerkennen, florieren digitale Währungen wie Bitcoin. Der Markt boomt. Paxful und Luno heissen die grossen Player in Südafrika und sie ermöglichen so ziemlich jedem Bürger des Landes, Bitcoin in Rand und zurück zu tauschen.

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