Die Schweizer Finanzmarktaufsicht publiziert in regelmässigen Abständen sogenannte Faktenblätter. Ziel der FINMA-Faktenblätter ist es, einer breiteren Öffentlichkeit kurze und prägnante Informationen zu aktuellen finanzmarktbezogenen Themen und Kernaufgaben der FINMA bereitzustellen. Die Faktenblätter vermitteln klar, anschaulich und allgemeinverständlich Basiswissen über ihre Tätigkeitsfelder. Diese Woche wurde ein Faktenblatt zum Thema virtuelle Währungen publiziert.

Das Faktenblatt zum Thema viertuelle Währungen ist gut gelungen. Es gibt eine kurze, prägnante und verständliche Übersicht. Kauf und Nutzung wird angesprochen sowie Risiken. Zudem sind auch einige sinnvolle weiterführende Links enthalten. Nur gibt es ein, zwei Kritikpunkte:

Geldeinheiten von virtuellen Währungen wie Bitcoin werden in Blockchain-Netzwerken verwaltet. Solche Währungen existieren ausschliesslich virtuell in einem Computernetz und haben keine physische Gestalt. Der Handel damit erfolgt dezentral im Internet und muss nicht über zwischengeschaltete Stellen wie den Staat, Notenbanken oder Geschäftsbanken abgewickelt werden. So können die Nutzer von virtuellen Währungen, die über das Internet miteinander verbunden sind, diese elektronisch untereinander überweisen oder Waren und Dienstleistungen damit bezahlen.

Kritikpunkt #1

Dieser Punkt ist essentiell und eine Kritik an der Definition und steht sogar im Titel. Es ist eine Kritik am Begriff „virtuelle Währungen“. Digitale Währungen wäre hier die bessere Wahlt gewesen. Virtuell heisst umschrieben „nicht echt, nicht in Wirklichkeit vorhanden, aber echt erscheinend“. Und gerade digitale Währungen sind echt digital und mathematisch erfassbar.

Kritikpunkt #2

Insbesondere in der englischen Fassung sticht dieser Punkt heraus. Dort heisst es: […] „They are traded on the internet without any form of centralised supervision and do not have to be processed via intermediaries“. Damit erfasst die FINMA rein theoretisch nicht alle digitalen Währungen wie Bitcoin. Gemäss dieser Definition gehören IOTA und Ripple demzufolge nicht dazu, denn diese beiden Währungen benötigen zentrale Instanzen um zu funktionieren. Abgesehen von diesen beiden Kritikpunkten sind diese Faktenblätter eine guter und verständlicher Wegweiser. Gerade für Leute welche ein Business im Reich der digitalen Währungen planen.

Quelle

Die Serie der Faktenblätter wird regelmässig erweitert und laufend aktualisiert. Jedes Faktenblatt ist mit dem Datum seiner Veröffentlichung respektive seiner Aktualisierung versehen. Die Faktenblätter werden elektronisch in den vier Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch veröffentlicht.