(c) by Dorian Credé

Ende Mai war ich geschäftlich in New York unterwegs, um mich mit ehemaligen Moody’s und Fitch Rating Experten zu beraten, wie Wikirating als non-profit Organisation die umstrittenen Rating Agenturen noch effektiver herausfordern kann… aber das ist eine andere (spannende) Story. Hier soll es jetzt um Bitcoins in Big Apple gehen – insbesondere um eines der ersten permanenten Bitcoin Zentren, dem Bitcoin Center New York City.

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Die Lage des Bitcoin Centers ist hervorragend, mitten im Epizentrum der weltweiten Hochfinanz, und an Symbolik für ein neues monetäres System kaum noch zu überbieten: Es befindet sich keine 100m von der Wall Street entfernt (40 Broad Street, New York 10004), quasi vis-a-vis zur wichtigsten Börse der Welt, der New York Stock Exchange. Praktischerweise befindet sich auch noch die Endstation der Subway Linien J und Z direkt vor dem Eingang. Das Zentrum ist üblicherweise von 10:30 bis 17:00 geöffnet, allerdings finden immer wieder Sonderveranstaltungen statt, welche dann bis 22:00 und später dauern können. Der genaue Zweck des Bitcoin Centers wird nicht wirklich erwähnt, zumindest findet man weder etwas auf der Facebook Page noch auf der Website, die übrigens noch sehr unfertig ist. In erster Linie soll das Center wohl interessierten Personen eine Anlaufstelle rund um das Thema Bitcoin bieten, daneben dient es aber auch als Bitcoin Trading Place.

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Am 19. Mai war ich auf einer solchen Trading Veranstaltung: „Monday Night Satoshi Square: Buy/Sell Bitcoin Direct!. Neben Networking mit anderen Bitcoin Enthusiasten kann man – wie der Name des Events suggeriert – Bitcoins direkt kaufen bzw. verkaufen. Im Eingangsbereich muss man sich aber noch kurz kostenlos registrieren und bestätigen, dass man mindestens 18 Jahre alt sei. Allerdings wird nicht wirklich streng kontrolliert.

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Hat man diese „Hürde“ einmal überwunden, dann eröffnet sich vor einem ein rund 200 qm grosser Saal, den man durchaus als „Bitcoin Tempel“ bezeichnen kann. Im Saal befindet sich noch ein fix installierter Bitcoin Automat, bei dem man allerdings leider keine Bitcoins beziehen kann. Später erfuhr ich dann vom Sprecher des Zentrums, Alex Palantzas, dass dies aus regulatorischen Gründen bis auf weiteres nicht möglich sei. Das war dann wohl auch der Grund, weshalb ich keinen einzigen Bitcoin Automaten in ganz New York finden konnte – was ich natürlich sehr enttäuschend fand. Testweise habe ich dann für 50 US Dollar 0.1 Bitcoins von einem anderen Teilnehmer gekauft – das hat reibungslos geklappt.

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Obwohl das Zentrum frisch renoviert ist und man merkt, dass sicher einige zehntausend Dollar für die Räumlichkeiten und deren Infrastruktur ausgegeben wurden, wirkt das Zentrum noch etwas unfertig. Vom stellvertretenden Direktor des Bitcoin Centers, Austin E. Alexander, habe ich erfahren können, dass neben dem Mit-Gründer Nick Spanos auch einige finanzkräftige Investoren involviert seien – leider konnte (oder wollte) er mir deren Namen nicht nennen. Die Monatsmiete soll sich angeblich zwischen 40’000 und 50’000 US Dollar bewegen – und ein Geschäftsmodell für das Zentrum gäbe es bisher nicht (alle bisherigen Veranstaltungen waren kostenlos, und im Foyer werden – eher symbolisch – nur Bitcoin Center NYC T-Shirts verkauft).

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Der Betrieb des Centers erscheint zwar noch etwas unkoordiniert und zum Teil etwas provisorisch, allerdings ist das allemal besser als gar kein Center, wie das leider in Zürich immer noch der Fall ist. In Paris (http://lamaisondubitcoin.fr/) und in Prag (http://www.wbtcb.com/) gibt es mittlerweile ähnliche Bitcoin Center wie in New York.