Bitbond vermittelt Peer-to-Peer-Kredite für Kleinunternehmer. Zur grenzüberschreitenden Auszahlung der Darlehen nutzt das Berliner Startup mit Banklizenz den Bitcoin.

Auf der Website von Bitbond prangen die drei berühmten Affen. Darunter steht: „See no bank, hear no bank, speak no bank.“ Dies stimmt nicht ganz: Denn das 2013 gegründete Berliner Startup hat seit 2016 eine Anlagevermittlungslizenz der deutschen Bankenaufsicht BaFin. Bitbond ist allerdings eine ungewöhnliche Bank. Als erstes Finanzinstitut der Welt nutzt das Unternehmen den Bitcoin, um die grenzüberschreitende Überweisung von Krediten zu ermöglichen.

Das funktioniert folgendermassen: Ein Kleinunternehmer, beispielsweise aus Deutschland, stellt auf der Website von Bitbond ein Kreditgesuch über 5’000 Euro. Er möchte mit dem Kredit Waren für seinen Amazon-Shop vorfinanzieren. Bitbond prüft die Kreditwürdigkeit des Gesuchstellers und stellt, falls die Bonität ausreichend ist, das Kreditgesuch online. Geldgeber aus den USA, Grossbritannien und der Schweiz wollen sich beteiligen, die Finanzierung kommt zustande. Normalerweise würde das Geld nun über das SWIFT-Netzwerk von den Bankkonten der Geldgeber auf das Konto des deutschen Gläubigers transferiert.

Bitbond hingegen setzt für die Zahlung auf den Bitcoin. Die Investitionsbeiträge werden von den Bitbond-Konten der Geldgeber abgebucht, in Bitcoins konvertiert und an die Wallet-Adresse des Empfängers gesandt. Dort eingetroffen, wird das Geld automatisch in Euro gewechselt und auf das Bankkonto des Kreditnehmers ausgezahlt. Durch die sofortige Konvertierung minimiert Bitbond das Risiko der Währungsschwankungen.

Bitcoin-Überweisungen sind schneller und günstiger

Radoslav Albrecht, der Gründer von Bitbond, erklärt die Geschäftsidee gegenüber Reuters so: „Konventionelle Überweisungen sind wegen der Wechselkursgebühren relativ teuer und können einige Tage in Anspruch nehmen. Mit Bitbond funktionieren Zahlungen unabhängig vom Standort der Nutzer. Über das Internet sind sie sehr, sehr schnell und die Gebühren sind tief.“

Die Kreditnehmer sind Kleinunternehmer und Selbstständige, hauptsächlich eBay- und Amazon-Händler. Um ihre Bonität zu prüfen, sichert sich Bitbond den Lesezugriff auf ihre Händlerkonten bei eBay, Amazon oder PayPal. Das Kreditlimit liegt bei 50’000 US-Dollar, die monatlichen Zinsen betragen je nach Risiko ein Prozent und mehr. Bitbond kassiert eine Vermittlungsgebühr, die abhängig von der Kreditlaufzeit, ein bis drei Prozent der Darlehenssumme ausmacht. Die Ausfallrate der vermittelten Kredite beziffert Bitbond-Gründer Albrecht gegenüber „Heise online“ mit 9 bis 15 Prozent. Seit das Berliner Fintech-Unternehmen eine Banklizenz besitzt, engagieren sich zunehmend institutionelle Investoren als Kreditgeber. Wie Albrecht in einem Interview mit „BTC-Echo“ sagt, stammen mittlerweile 80 Prozent der Darlehen von professionellen Anlegern.

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Quellen