Einige der weltgrössten Banken gaben am Freitag bekannt, dass es Kunden nun untersagt sei, Kryptowährungen über Kreditkarten zu erwerben. Sie berufen sich dabei auf die Marktvolatilität.

Die Erklärungen warum die Banken Bitcoin aussperren werden immer kurioser. Beginnt nun der Krieg der Banken gegen Bitcoin? Es sieht langsam danach aus. Bereits Anfangs Januar sperrten VISA und Mastercard fast eine Million Debitkarten ohne Vorwarnung und Erklärung. Und auf die Karte, die VISA und Mastercard nicht sperren konnten, erhebt das Kartenkartell nun urplötzlich eine zusätzliche Gebühr von 3%. Natürlich nur beim Kauf von Kryptowährungen. Und dann kam am letzten Freitag der nächste Hammer:

Laut CNBC gaben J.P. Morgan Chase, die Bank of America und die Citigroup allesamt die neuen Einschränkungen bekannt, nachdem der Bitcoinpreis am Freitag unter die 8.000-USD-Marke rutschte, was weniger als die Hälfte des 19.000-USD-Hochs von Mitte Dezember beträgt.

„Zu diesem Zeitpunkt verarbeiten wir keine Kryptowährungskäufe über Kreditkarte mehr, was an der Volatilität und dem damit verbundenen Risiko liegt“, erklärte ein Sprecher der Chase gegenüber CNBC. „Bei entsprechender Marktentwicklung werden wir die Angelegenheit noch einmal prüfen.“

Capital One hat den Kauf von Kryptowährungen über Kreditkarte vergangenen Monat unterbunden, bei der Discover ist dieses Verbot bereits seit 2015 in Kraft. Laut Bloomberg sind die Verbote vorgesehen, um Kunden daran zu hindern, Hochrisiko-Käufe zu tätigen, die ihre Kreditlinie übersteigen. Ausserdem möchte man verhindern, dass Scammer Kryptowährungen kaufen und dann einfach verschwinden:

Die Kartenherausgeber behaupten: Kryptowährungskäufe zu erlauben, könne problematisch sein. Insbesondere dann, wenn sich der Kreditnehmer verschätze und das Geld nicht mehr zurückzahlen könne. Es bestehe ausserdem das Risiko, dass Diebe gestohlene Karten missbrauchen oder diese basierend auf gestohlenen Identitäten missbrauche, um Geld in Digitale Währungen zu tauschen. Regulierungsbehörden fordern von den Banken ausserdem, dass sie die Kundentransaktionen auf Anzeichen von Geldwäsche hin überwachen. Alles in Allem also genug Gründe, Karten für den Kauf von Digitalen Währungen wie Bitcoin zu sperren.

Wie Das Finanzmagazin am Freitag anmerkte, betrifft das Verbot nicht zwingend Debit- und Kreditkarten. Auch andere Dienste sein betroffen.

Keine gute News für Bitcoin: Der freie Fall des Bitcoins von seinen ursprünglichen 20.000 USD scheint kein Ende zu nehmen und die gängige Meinung, die Währung würde wahrscheinlich nicht mehr unter die 10.000-USD-Marke fallen, war nicht mehr haltbar. Der Bitcoin allein hat einen Verlust von rund 200 Milliarden USD zu verzeichnen, wobei quasi fast alle grossen Kryptowährungen kürzlich herbe Verluste hinnehmen mussten.

Auch die Regierungen wollen die Kontrolle nicht hergeben

Zahlreiche Länder entscheiden sich dazu, Kryptowährungen entweder zu regulieren oder zu verbieten – hierzu zählen auch Indien und China. Selbst in den Vereinigten Staaten, die gegenüber der Kryptowährung einen eher lockeren Ansatz verfolgten, werden immer kritischer: Die amerikanische Steuerbehörde fängt an, Kundendatensätze von grossen Börsen zu sammeln, um Steuersünder ausfindig zu machen. Plötzlich wird Bitcoin nicht mehr belächelt, sondern ernst genommen. Und seit Januar 2018 gar bekämpft?

Fazit

All diese Vorfälle im Januar 2018 deuten darauf hin, dass sich die angestaubte Finanzbranche zusammenrauft und gemeinsam den Bitcoin zu bekämpfen scheint. Ob es sinnvoll ist, Innovation zu unterdrücken, bleibt fraglich. Zumal Bitcoin genau zu diesem Zwick erschaffen wurde: Eine zensurresistente und resiliente Währung. Open Access zu Finance für jedermann, barrierefrei. Dies wird irgendwann Tatsache. Für einmal sei hier Mohandas Karamchand Gandhi zitiert:

Mohandas Karamchand Gandhi

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

.. oder Bill Gates, 1994

„Banking is necessary, Banks are not“

Quellen

>> Visa and Mastercard Now Charge an Additional Fee for Buying Cryptocurrency
>> Bitcoin Ban Expands Across Credit Cards as Big U.S. Banks Recoil
>> Salzmarsch – Wikipedia