Bitcoin Traden auf Kredit? Laut LendEDU, einem Forschungsunternehmen für Privatkredite, haben mehr als 18 % der Bitcoin-Nutzer geliehenes Geld genutzt, um mit der Kryptowährung zu handeln.

Bei einer globalen Umfrage unter 672 aktiven Bitcoin-Investoren fragten die Forscher nach deren Methode, um ihre Konten für den Kryptowährungshandel zu finanzieren. Die Mehrheit der Investoren bediente sich Banksystemen wie Kreditkarten und ACH-Transfers[1], um ihre Konten zu finanzieren.

Laut LendEDU, einem Forschungsunternehmen für Privatkredite, haben mehr als 18 % der Bitcoin-Nutzer geliehenes Geld genutzt, um mit der Kryptowährung zu handeln. Bei einer globalen Umfrage unter 672 aktiven Bitcoin-Investoren fragten die Forscher nach deren Methode, um ihre Konten für den Kryptowährungshandel zu finanzieren. Die Mehrheit der Investoren bediente sich Banksystemen wie Kreditkarten und ACH-Transfers, um ihre Konten zu finanzieren.

22 % der Trader gaben jedoch an, dass sie nach dem Kauf von Bitcoins ihre Kreditkarten nicht abbezahlt hätten und somit effektiv mit geliehenem Geld in die Kryptowährung investierten. Der Bericht legte folgendes dar:

„Der weiseste und bescheidenste Weg, ein Konto für virtuellen Währungshandel zu finanzieren, wäre durch ACH-Transfers, die komplett kostenfrei sind. Nur 18,6 % unserer 672 in Bitcoin investierenden Umfrageteilnehmer zahlten auf diese Art und Weise für die Kryptowährung.

Dennoch war dies nicht die drängendste Sorge der Umfrage von LendEDU. Diese ergibt sich nämlich aus folgendem Datenpunkt: 22,13 % der Bitcoin-Investoren haben ihre Kreditkarte nach dem Bitcoin-Kauf nicht wieder ausgeglichen.

Kritikpunkt an der Studie: Übertriebene Verallgemeinerung

Ob diese Studie allerdings wirklich Aussagekraft hat, bleibt zu bezweifeln. Wenn man sieht wiviele Neuanmeldungen die Bitcoinbörsen momentan verzeichnen, wurden mit nur knapp 700 Befragten eine viel zu kleine Stichprobe genommen.

Kürzlich gab Binance, eine beliebte Kryptowährungsbörse bekannt, dass sie täglich mehr als 250.000 aktive Nutzer hinzufügen würde und als Folge dessen übergangsweise die Annahme neuer Nutzer stoppen musste. Coinbase und Bitstamp nahmen auch mehr als 100.000 Nutzer täglich an, und zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag die Benutzerzahl von Coinbase bei knapp 20 Millionen.

Anfang Dezember gab Bitstamp-Mitbegründer und CEO Nejc Kodrič folgendesbekannt:

„Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir derzeit mehr als 100.000 neu eröffnete Konten täglich haben. Solch ein Ansturm ist schwer zu bewältigen. Wir erweitern unsere Kapazitäten für Onboard-Kunden schneller, aber dies kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.“

Bei diesen Zahlen sind knapp 700 Bitcoin-Nutzer hingegen nicht einmal annähernd ausreichend, um Verallgemeinerungen über den gesamten, globalen Bitcoin- und Kryptowährungsmarkt anzustellen.

Beratungsresistent

Es ist wichtig, anzumerken, dass eine geringe Anzahl an Bitcoin-Investoren bis zum jetzigen Zeitpunkt trotz nicht abbezahlter Schulden noch immer mit Kryptowährung handeln, obwohl Experten und Analysten davon abraten.

Tipp: Investieren Sie nur Geld, das verloren gehen darf!

Im Juni riet Bitcoin- und Sicherheitsexperte Andreas Antonopoulos nachdrücklich dazu, nur eine Geldsumme in Kryptowährungen zu investieren, die man zu verlieren bereit ist, was mit dem massgeblichen Risiko zu tun hat, das mit dem Kryptowährungshandel einhergeht. Während das Risiko bei der Investition in Bitcoins – im Gegensatz zu dessen Marktgrösse – geringer ist, bleibt das Risiko bei anderen Kryptowährungen auf dem weltweiten Markt nach wie vor sehr hoch.

„Ich besitze nur wenige unterschiedliche Kryptowährungen als Bestandteil meines kleinen, aber diversifizierten Portfolios. Ich riskiere nur, was ich auch zu verlieren bereit bin“, sagte Antonopoulos.

Bei einer Präsentation bei Coinscrum, einer Veranstaltung des Imperial College of London, gab Antonopoulos auch an, dass er alle seine Investitionen in Kryptowährungen verlieren könnte und ihm dennoch alles andere bliebe, weil er seine Karriere, seine intellektuellen Fähigkeiten sowie seine Arbeit in Bitcoins und den Kryptowährungsmarkt investiert habe.

Für Gelegenheitsinvestoren und Neulinge ist es extrem risikoreich, Schulden zu machen, um in einen bestimmten Vermögenswert zu investieren – und das gilt nicht ausschliesslich für den Bitcoin. Egal, um welchen Vermögenswert es sich handelt: Sich zu verschulden, um in einen bestimmten Vermögenswert oder in eine bestimmte Vermögensklasse zu investieren, ist extrem risikobehaftet.

„Meine kleinen Spareinlagen habe ich in Bitcoins investiert. Und zwar zu 100 Prozent. Ich habe derzeit noch eine kleine Summe an Schulden in US-Dollar, die ich nach wie vor abzuzahlen versuche, daher sind es mehr als 100 Prozent in Bitcoins. Deswegen möchte ich nun noch einmal hervorheben, dass ich es nicht empfehle, auf diese Art Investitionen zu tätigen. Weil ich mein Geld nicht in Bitcoins investiert habe, habe ich stattdessen meine Karriere, meine intellektuellen Fähigkeiten, meine kreative Energie, meine Leidenschaft und meine Arbeit in Bitcoins investiert. Das Geld ist die geringste Investition, die ich in den Bitcoin getätigt habe. Ich könnte also alle Bitcoins verlieren, alles andere bliebe mir dennoch“, erklärte Antonopoulos.

Video: Bitcoin Q&A: How much bitcoin do you have?

Quelle

>> Teile dieses Artikels sind aus dem Englischen. Cointelegraph: Study: 22% of Bitcoin Investors Used Borrowed Money For Trading, Not Recommended

[1] ACH-Transfers: In den USA gibt es zwei parallel existierende Überweisungsarten: ACH Überweisungen und „Wire“ Überweisungen. In beiden Fällen spricht man davon, Geld zu überweisen (= to wire).