Am Freitagmorgen sperrte VISA hundertausende Debitkarten, ohne Vorwarnung von einer Sekunde auf die andere. Cryptopay, XAPO, Wirexapp, AdvCash, TenX.. Die Liste der betroffenen Anbieter von Bitcoin-Debitkarten ist ellenlang. Eine Vielzahl an internantionalen Karten und ja so ziemlich sämtliche europäischen VISA Debitkarten die mit Digitalen Währungen wie Bitcoin aufgeladen werden konnten, wurden gesperrt.

These #1: Ist dies der Auftakt des Krieges der Banken gegen die Cryptos?

Nein. Dies meint zumindest Julian Hosp in einem Youtube Video. Julian Hosp ist in der Szene als ICO-Experte und Gründer von TenX bekannt. Der Schlag sei alleine auf die Firma Wave Crest in Gibraltar beschränkt. Wobei Julian anmerkt, dass alleine bei TenX mehr als 200’000 Kunden betroffen sein sollen. Der Vorteil von TenX: Diese Firma hat vor kurzem die Bankenlizenz erhalten und kann in naher Zukunft nun eigene Debitkarten herausgeben. Diese Aktion war in jedem Fall ein Schlag gegen die Firma Wave Crest in Gibraltar. Die Crypto-Debitkarten hattten zwar ein Branding des Herausgebers wie bsp. XAPO oder eben TenX, aber sie alle waren Teil des Wave Crest Netzwerkes, welches Visa gestern auf einen Schlag deaktiviet hat. Es gibt nur ganz wenige Karten die nicht betroffen seien, bsp. die Debitkarten der US-Kunden von Bitpay oder Karten, die ausschliesslich zur Salärzahlung genutzt und registriert waren. Aber warum erfolgt dieser Angriff so plötzlich an einem Freitagmorgen und dann noch ohne Vorwarnung? Eine Vermutung liegt auf der Hand und die Szene munkelt, VISA habe damit den Bitcoinkurs massivst manipuliert.

Hat VISA den Bitcoinkurs manipuliert?

Bei den meisten Kartenanbieter ist es ja so, dass das Abheben von Kartenguthaben in FIAT erfolgt. Es werden also bei jeder Abhebung Bitcoin verkauft. Fallen nun diese Verkäufe weg, steigt der Bitcoinkurs an. Und die Betreiber der Netzwerke wussten ganz genau, wieviele Transaktionen zu welchen Zeitpunkten stattfinden. Hat VISA also mit dieser Sperrung absichtlich den Bitcoinkurs in die Höhe getrieben? Dies ist eine unbeweisbare Vermutung. Es gibt aber doch einige Indizien, die an eine grossangelegte Manipulation denken lassen:

1. Keine Vorwarnung

Eine derartig grossangelegte Aktion gegen Hunderttausende von, ja von eigentlich eigenen Kunden, das ist ja schon eine krasse Geschichte. Umso unverständlicher dass die Kunden nicht vorab informiert wurden. In der offiziellen Stellungsnahme von VISA heisst es, dass Wave Crest wiederholt (!) gegen die VISA Lizenzbedingungen verstossen habe. Beide Firman, VISA und die Firma Wave Crest, wussten also davon. Gewarnt wurde nicht. Das Nachsehen haben hunderttausende Kunden. Aber warum muss man Kunden warnen, wenn man eh praktisch das Monopol hat?

2. Der Zeitpunkt

Als Zeitpunkt wurde ausgerechnet ein Freitag gewählt. Ein Klassiker – viele Firmen sind dann bereits im Wochenende, man kann sich mit dem Beantworten von Presseanfragen bis Montag Zeit lassen und vor allem: Viele Netzwerkteilnehmer können gar nicht mehr reagieren. Ein Idealer Tag, will man den Bitcoinkurs manipulieren.

3. Zeitlich und geografisch beschränkte Ausfälle – heimliche Tests?

Das Netzwerk der Karten von Wave Crest hatte immer wieder mal zeitlich beschränkte Ausfälle. Waren diese Ausfälle technischer Natur? Oder wurde hier gar im kleinen Rahmen erst getestet, wieviele Transaktionen ausbleiben und wie sich diese auf den Bitcoinkurs auswirken? Alles in Allem: Die fehlenden Bargeldbezüge trieben den Bitcoinkurs schlagartig in die Höhe:

VISA

Fazit: Totale Überwachung!

Die Sperrung sovieler Karten ist wahrscheinlich weder ein Angriff der Banken auf Bitcoin noch eine absichtliche Bitcoin-Kursmanipulation von VISA. Vielmehr ist dise Aktion einfach Teil einer grossangelegten Kampagne der EU und anderen Regierungen gegen die Privatsphäre. Die Politik will einfach nicht, dass Transaktionen anonym durchgeführt werden können. Jede Transaktion soll nachvollziehbar, also Teil eines sogenannten Papertrails sein: Private Daten von Sender und Empfänger (Geburtstag, Wohnort, usw.) müssen bekannt sein und erst noch auf Vorrat gespeichert werden. Die Sperrung von fast einer Million Debitkarten war wohl keine vorsätzliche Manipulation des Bitcoinkurses. Dass dieser Schlag ohne Ankündigung gegen soviele (eigene) Kunden durchgeführt wurde, hinterlässt dennoch einen faden Nachgeschmack.

Quellen

  1. Visa sperrt hunderttausende Bitcoin-Kreditkarten
  2. Visa: Hunderttausende Bitcoin-Kreditkarten gesperrt
  3. Reddit: All Bitcoin Visa debit cards are now cancelled
  4. Kartellklage gegen Visa und MasterCard (1998)