Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht so viel Energie wie ein Einfamilienhaus in knapp einem Monat, so ein Papier der niederländischen ING Bank.

Bitcoin-Transaktionen verbrauchen viel Strom – eine bewusste Taktik, eine Eigenschaft der Blockchain, um die Verifizierung der Trades so teuer zu machen, dass Betrug und Missbrauch uninteressant werden.

„Ist die Verifizierung von Transaktionen teuer, kann die Integrität des Netzwerks gewahrt bleiben. Die Miner sowie die Nodes, also der gesamte Verifizierungsprozess erfordert hohe Rechenleistung und verbraucht damit viel Strom.“

erklärt Teunis Brosens, Senior Economist bei ING.

Vergleicht er die Energiemenge, die eine Bitcoin-Transaktion benötigt, mit dem Energieverbrauch seines Hauses in den Niederlanden, kommt Brosens zu dem folgenden Ergebnis: „Diese Zahlen sollten in einen Kontext gestellt werden: 200 kWh verbraucht eine Waschmaschine für 200 Waschgänge. Oder anders: Ich kann mein komplettes Haus vier Wochen lang mit Strom versorgen bei einem Verbrauch von etwa 45 kWh pro Woche à 39 € Stromkosten (zu aktuellen niederländischen Verbraucherpreisen).“

Bitcoin verbraucht nicht nur Unmengen von Energie für jede Transaktion, sondern auch wesentlich mehr als konventionellere Formen des elektronischen Zahlungsverkehrs.

„Die Energiekosten von Bitcoin stehen in starkem Kontrast zu Zahlungssystemen, die den Luxus vertrauenswürdiger Partner haben. So verbraucht Visa etwa 0,01 kWh (10 Wh) pro Transaktion – 20.000 mal weniger Energie“, so Brosens mit Verweis auf die Tabelle unten:

In dieser Woche ist der Wert von Bitcoin um fast 1.500 USD pro Münze gestiegen – eine Rally, die mit wiedererstarktem Interesse von Investment Banken an der Währung zusammenfällt. Laut Bericht des Wall Street Journal von letzter Woche will Goldman Sachs einen Bitcoin-Handel einrichten. Auch der CEO von Morgan Stanley, James Gorman, sagte kürzlich, Kryptowährung sei „ganz bestimmt mehr als nur eine Modeerscheinung“.

Darüber hinaus hat diese Woche ein Analysten-Team des Investment Research Hauses Bernstein, angeführt von Gautam Chhugani und Gaurav Jangalem, angemerkt, Bitcoin sei immer noch eine „zensurresistente Asset-Klasse“, ausserhalb staatlicher Kontrolle, aber innerhalb des Kredit- und Zahlungssystems, das „Geld“ definiert.

„Fiatgeld ist nach wie vor das letztendliche Zahlungsmittel — Regierungen nehmen noch Steuern in Fiatgeld ein und Löhne und Gehälter werden noch in Fiatgeld gezahlt“, so das Team letzten Mittwoch in einer Mitteilung an die Kunden.

Fazit

Die Infografik stammt wohl aus der PR Abteilung der Bank. Es gibt dazu keine Daten. Ob für den Stromverbrauch wirklich alle Server, Point of Sale Terminals, alle Computer der Mitarbeiter usw. von VISA miteinbezogen wurden, ist fraglich. Bitcoin verbraucht viel Strom, das unbestreitbar. Allerdings ist Bitcoin bereits 9 Jahre alt und es gibt ja neuere Ansätze von Digitalen Währungen, mit anderen Eigenschften: Litecoin Transaktionen sind schneller und günstiger, bei ZCASH sieht man den Coins nicht an wem sie vorher gehörten usw. Im Weiteren wird sich der Stromverbrauch mit Overlay-Netzwerken wie Lighning verringern. Und Mining wird dort betrieben, wo Strom billig ist. Strom ist dort billig, wo nicht abschaltbare (meist Wasser-) Kraftwerke Produktionsspitzen haben, die sie gar nicht zu allen Zeiten an herkömmliche Endabnehmer effizient transportieren können.

Der ganze Finanzsektor könnte potenziell wegautomatisiert werden. Wieviel „Energie“ steckt da drin, direkt und indirekt? Wolkenkratzer; jeden Tag das Pendeln der Angestellten? Tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft stehen in Aussicht, unter anderem Dank Digitalen Währungen wie Bitcoin.

Quelle

[1] Why Bitcoin transactions are more expensive than you think