Seit der Entscheidung der chinesischen Zentralbank, Initial Coin Offerings zu verbieten, stellen immer mehr Börsen für Kryptowährungen ihre Aktivität auf dem chinesischen Markt ein. Zwar schließen sie ihre Türen offiziell freiwillig, allerdings ist eine Beteiligung der chinesischen Regierung nicht auszuschließen. – auch wenn die Verantwortlichen nicht ausdrücklich erklärt haben, dass der Handel mit Kryptowährungen eingestellt werden soll.

Gegen Ende September schliessen also die grossen chinesischen Bitcoin-Börsen wie BTC China und Houbi ihre Tore. Bitcoin-Handelsplätze wie Bitfinex oder Gatecoin in Hong Kong sind davon allerdings nicht betroffen. Gleichzeitig behauptete der CEO der Bank JP Morgan Bitcoin sei Betrug. All diese Hiobsbotschaften verursachten einen grossen Kurseinbruch von so ziemlich fast jeder Kryptowährung. Mittlerweile hat sich der Bitcoinkurs erholt. Und zudem wurde bekannt, dass ausgerechnet die Bank JP Morgan im gorssen Stil selber Bitcoin kaufte! Ein Pump and Dump-Spielchen des Top Bankers? Erst negative Gerüchte sähen und dann günstig einkaufen? Wir wissen es nicht. Wenden wir uns nun aber der Causa China zu:

Bitcoin-Enthusiasmus ist ungebrochen

Der Kurs der Chinesischen Zentralbank schadet Bitcoin zwar, sie wird weiteres Wachstum aber nicht stoppen können. Bitcoin lässt sich beispielsweise leicht in Hongkong und noch leichter in Japan erwerben – zwei Länder, die chinesische Bürger häufig besuchen. Was hindert Menschen daran, Bitcoins in diesen Ländern zu erwerben und dann zuhause Peer-to-Peer zu handeln?

Wöchentliches Volumen via OTC Plattform LocalBitcoins in China


LocalBitcoins China

Bitcoin ohne China, ein Segen?

Und vielleicht ist gerade die Loslösung des Bitcoin von der People’s Bank of China, oder auf Deutsch der Chinesischen Zentralbank, für Bitcoin ein Segen. Einerseits wird Bitcoin nun endlich seiner wahren Bestimmung gerecht und viel Dezentraler. Gehandelt von Privaten an Bitcoin-Treffen und via P2P-Plattformen wie LocalBitcoins. Dies war ja seit jeher der ursprüngliche Gedanke von Bitcoin, P2P-Cash. Andererseits war der Bitcoinkurs und damit auch alle die Kurse aller anderen Kryptowährungen komplett abhängig von den Launen der chinesischen Zentralbanker. Eine Newsmeldung auf der Webseite der PBoC oder ja lediglich ein blosses Gerücht genügte, um die Kurse in die Tiefe oder Höhen sausen zu lassen — Bitcoin war der Spielball der chinesischen Zentralbanker.
Aber nicht nur das, auch die chinesischen Bitcoin Miner wurden immer zahlreicher und damit mächtiger. Dies war auch einer der Gründe, warum Mike Hearn, ein ehemaliger Bitcoin Core Entwickler Bitcoin vor Jahr und Tag als gescheitertes Projekt einstufte.

Bitcoin als Gewinner dieser chinesischen Oper?

Alles in Allem: Die Befreiung des Bitcoin von den chinesischen Börsen, der chinesischen Zentralbank und den chinesischen Minern kann auch als sehr postiv eingestuft werden. Bitcoin wird immer dezentraler und damit resilienter.

Markt auf Erholungskurs

Auf dem Weg, die Verluste der vergangenen zwei Wochen wettzumachen, herrscht am Markt für Kryptowährungen noch stärkere Volatilität als ohnehin üblich. Am vergangenen Freitag notierte der Bitcoin-Kurs kurzfristig unterhalb der 3.000-US-Dollar-Marke. Am Montagmorgen testete die digitale Währung dann schon wieder die 4.000-US-Dollar-Grenze. Auch andere Kryptowährungen bewegten sich schnell, etwa Ethereum und Litecoin mit zweistelligen Kursgewinnen innerhalb von nur 24 Stunden (Stand: 18.09.2017).

Quellen

[1] Reuters: JPMorgan handles bitcoin-related trades for clients despite CEO warning
[2] Unlocking Economic Advantage with Blockchain – A guide for asset managers | JP Morgan (!)
[3] Forbes – JPMorgan Chase To Integrate Zcash Technology To Its Enterprise Blockchain Platform