Es wird immer einfacher, mit Bitcoins einzukaufen, zumindest wenn es sich um überschaubare Beträge handelt. In Geschäftszweigen wie der Immobilienbranche ist der Bitcoin allerdings noch ein recht exotisches Zahlungsmittel, in der Schweiz steht derzeit die erste Villa gegen Bitcoins zum Verkauf. Das soll aber erst der Anfang sein, schliesslich bringen Bitcoin und Blockchain einige handfeste Vorteile mit sich.

Alles in einer Transaktion

Denn ein Immobilien(ver)kauf ist eine komplizierte Sache. Gesetzlich vorgeschriebene Vorgänge wie die Grundbucheintragung oder der über einen Notar abzuwickelnde Kaufvertrag inklusive der Prüfung, ob die Kaufsumme tatsächlich überwiesen wurde, kosten den Käufer letztlich unnötig Geld – schliesslich geht es ihm lediglich darum, die Immobilie zu erwerben.

Das heisst: Es besteht reichlich Sparpotenzial, sowohl was den organisatorischen als auch den finanziellen Aufwand angeht. Hier kommt die Blockchain-Technologie ins Spiel: Gäbe es entsprechende Datenbanken und die passende technische Infrastruktur, liesse sich der komplizierte Prozess des Immobilienkaufs deutlich vereinfachen. Das würde die gebührenpflichtige Grundbucheintragung beim Amt und den bisher notwendigen Weg über den Notar als Mittelsmann für den Geschäftsabschluss überflüssig machen. Denn die entsprechenden Informationen könnten während der Verkaufstransaktion automatisch und fälschungssicher mitübertragen werden. Einige Länder, zum Beispiel Schweden, arbeiten bereits daran, ihr Katasterwesen per Blockchain zu digitalisieren. Mit dieser Massnahme wäre ein wichtiger Grundstein zur Vereinfachung von Immobiliengeschäften gelegt.

Problembereich Finanzierung

In einer Beziehung ist der klassische Immobilienkauf allerdings (noch) praktischer: Während eine Transaktion gut funktioniert, wenn der Käufer genügend Bitcoins auf der hohen Kante hat, hat in puncto Kreditwirtschaft derzeit der klassische Bankensektor die Nase vorn. Zwar gibt es mittlerweile auf Plattformen wie Bitbond die Möglichkeit, Bitcoin-Kredite aufzunehmen – allerdings nur für Beträge, mit denen sich kein Hauskauf finanzieren lässt. Auch die Zinssätze können längst nicht mit den aktuellen Hypothekarzinsen mithalten, die je nach Laufzeit teilweise weniger als 1 % betragen.

Das ist auch kein Wunder, denn auf derartigen Crowdlending-Kreditplattformen gibt es nicht die Möglichkeit, wie im Immobiliensektor üblich Sicherheiten zu hinterlegen, die den Zinssatz senken – es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis auch diese Hürde fällt.

Foto via Flickr CC BY-SA 2.0 (Flazingo Photos)