Seit einigen Wochen ist die „Skalierungsdebatte“ komplett eskaliert. Ob Bitcoin dazu fähig sein sollte, mehr Prozesse verarbeiten zu können, steht dabei nicht zur Debatte, da dies dem Willen der Allgemeinheit entspricht. Die Frage, die sich jedoch stellt, ist wie dies geschehen soll. Für die Lösung des Problems haben sich zwei Lagee gebildet und die Community somit gespalten. Uneinigkeit ist gemäss Meinung vieler schlecht und deshalb hat Sergio Lerner eine weitere Alternative präsentiert. Aber erstmal der Reihe nach:

Was bisher geschah

Die zwei Seiten in diesem Konflikt sind Bitcoin Core und Bitcoin Unlimited.
Bitcoin Core besteht aus einem Team, welches für die Instandhaltung und Updates für die Software verantwortlich ist. Sie wollen die Größe von einem Block für 1 MB beibehalten und schlagen vor, die Software so zu optimieren, dass Transaktionen kleiner werden und andere Techniken genutzt werden, die die Transaktionskapazität durch eine sogenannte „Soft-Fork“ vergrößern können. Mit einer Soft-Fork wird die Software zwar geupdatet, aber Computer mit der alten Software können diese noch stets gebrauchen.

Der Vorschlag dieser Partei wird auch “Segregated Witness” oder kurz Segwit genannt. Dieses Upgrade würde Bugs in dem aktuellen System beseitigen und auch die Skalierung durch das „Lightning Network“ ermöglichen.

Auf der anderen Seite gibt es Bitcoin Unlimited, welches durch Roger Versand repräsentiert wird. Sie finden die Idee einer Segwit nicht gut und sind dafür, dass die Größe der Blöcke vergrößert wird. Für diesen Schritt müsste jedoch eine Hard Fork durchgeführt werden. Das würde heißen, dass jeder der die Software nutzt ein Update durchführen muss, um diese weiter nutzen zu können. Wird der Hard Fork durchgezogen, wird es wohl zwei währungen geben. Die alten BTC und die neuen BTU Coins. So wie dies bei einem Hardfork beim Ethereum Projekt passierte vor Jahr und Tag. Plötzlich waren ETC (für Ether Classic) und die geforkten neuen ETH im Umlauf.

Plan C

Zurzeit sieht es so aus, als könnten die beiden Parteien mit ihren Ansichten nicht weiter voneinander entfernt sein. Deshalb schlug Sergio Lerner eine weitere Alternative am letzten Freitag vor: Die “SegWit2MB”. Dieser neue Plan vereint die Vorschläge von Bitcoin Core und Bitcoin Unlimited. Die Grundsätze diesen Vorschlags lauten:

  • 95% Miner Unterstützung notwendig für eine Übereinstimmung

Bei einer Übereinstimmung :

  • Wird SegWit sofort aktiviert
  • Ein 2MB Hardforkcountdown beginnt (dieser läuft am 14. Dezember 2017 ab).

Dieser neue Vorschlag scheint eine Lösung für das Problem zu bieten und erhält zum Beispiel Unterstützung von Erik Voorhees, CEO und Gründer von Shapeshift.io. Er ist außerdem eine bekannte Persönlichkeit in der Bitcoin-Community und schrieb gestern einen Blogpost, in dem er die Leute aufrief Lernens Idee zu berücksichtigen. Er schrieb:

“Bitcoin has so many enemies, most of whom haven’t yet woken. The ridicule and vilification of one Bitcoiner upon another must be a very pleasing development in the eyes of such enemies. There is no need to fight an adversary that fights itself.To solve this, we should take it upon ourselves to find unity, not only among those with whom perfect agreement exists, but among those with whom any common ground can be attained at all. Bitcoiners have very much common ground, though they have forgotten it…

SegWit2MB is the first reasonable compromise, considering the impasse’s technical and social aspects, actually put forth in code, based on well-known and studied fundamental components from Bitcoin’s best engineers. It is a good path forward, and one I hope others will rally around: to activate SegWit, to avoid a contentious hard fork, to enable greater transaction capacity, and to bring Bitcoiners back from their trenches to the great hall we share.”

Foto CC0 via Pixabay