Ein historischer Moment: Erstmals erzielte ein Bitcoin einen höheren Preis als eine Feinunze Geld – wird die Kryptowährung tatsächlich zum Gold 2.0? Kann Bitcoin tatsächlich zur zweiten Krisenwährung mutieren oder müssen die Fans mit einer zukünftigen Trendumkehr rechnen?

Mutiert die Kryptowährung zum Gold 2.0?

Die Kryptowährung erzielte am Donnerstag einen Wertgewinn um mehr als 3 Prozent und kletterte auf 1.269 US-Dollar/Bitcoin. Der Goldpreis rutschte ab, verlor knapp 2 Prozent und landete auf 1.230 US-Dollar/Feinunze. Das „Wall Street Journal“ schrieb bereits, dass das „Gold 2.0 nun teurer als Gold 1.0“ sei. Doch kann die Kryptowährung mit dem Edelmetall überhaupt verglichen werden? Auch wenn die digitale Währung haptisch nicht erfahrbar ist, gibt es doch Gemeinsamkeiten: Sie werden einerseits nicht von der Zentralbank kontrolliert und sind andererseits kein offizielles Zahlungsmittel. Gold lässt sich zudem nicht nach Belieben vermehren, sondern muss aus dem Boden gewonnen werden. Auch Bitcoin kann nicht beliebig vermehrt werden; die maximale Zahl beläuft sich auf 21 Millionen Coins. Derzeit befinden sich rund 16 Millionen Coins im Umlauf. Damit unterscheiden sich Bitcoin und Gold von allen gängigen Papiergeldsystemen. Münzen und Scheine, mit denen die Menschen tagtäglich ihre Einkäufe bezahlen, können nach Belieben vermehrt werden. So haben die Notenbanken aus China, den USA, der Schweiz und aus der Euro-Zone – seit dem Jahr 2007 – 13 Billionen US-Dollar in die Märkte investiert.

Bitcoin vs. Gold

Warum entscheiden sich immer mehr Menschen für die Digitale Währung?

Das traditionelle Geldsystem ist aber, vor allem durch die Finanzkrise, in Verruf geraten. Gold hingegen, die klassische Krisenwährung, ist seit Jahrtausenden ein beliebtes Wertaufbewahrungsmittel, das bereits zahlreiche monetäre Krisen und auch Staatsbankrotte überleben konnte. Doch ist Bitcoin der tatsächliche Nachfolger des Edelmetalls? Die Experten sind sich unsicher: Bitcoin mag zwar – auch an der Börse – ständige Höhenflüge erleben, muss aber auch immer wieder starke Verluste hinnehmen. Jedoch entscheiden sich immer mehr Menschen für die Kryptowährung. Das liegt vor allem an den Notenbanken und Regierungen. Den Menschen fehlt das Vertrauen, sodass sie immer wieder nach Alternativen Ausschau halten und sich – zumindest derzeit – für die Kryptowährung Bitcoin entschieden haben. Ob Indien, Venezuela oder Kolumbien – viele Menschen leiden unter Devisenkontrollen und fangan an, Bitcoin zu tauschen, oft sogar direkt untereinander, P2P.

Kommt der erste börsennotierte Fonds für Bitcoin?

Es ist auch keine Überraschung, dass nun die anachronistische Finanzwelt auf den Bitcoin-Zug aufspringen möchte. In den USA soll demnächst der erste börsennotierte Fonds für Bitcoin eröffnet werden. Der Fonds wäre – so die Experten – der endgültige Durchbruch. Das „Schmuddel-Image“, mit dem die Kryptowährung immer wieder zu kämpfen hatte, würde somit abgelegt werden. Am 11. März soll die Entscheidung bekannt gemacht werden, ob der börsennotierte Fonds („Winklevoss Bitcoin Trust ETF“) tatsächlich zugelassen wird oder nicht. Würde die Erlaubnis erteilt werden, könnten – nur in der ersten Woche – rund 300 Millionen US-Dollar in den Fonds fließen und der Bitcoin-Kurs weiter steigen. Würde der Antrag jedoch abgelehnt werden, könnte der Bitcoin wieder an Wert verlieren und Gold 1.0 wieder in den Mittelpunkt rücken.

Quellen

[1] http://www.coindesk.com/winklevoss-bitcoin-etf-100-million/