Schon seit Längerem ist bekannt, dass das polnische Ministerium für digitale Angelegenheiten bemüht ist, die Erforschung von virtuellen Währungen weiter voranzutreiben. Der Minister interessiert sich dabei vor allem für die Technologie der Bitcoins. Im Rahmen dessen wurde lange Zeit an einem Plan gearbeitet, wie man diese Technologie regulieren und sinnvoll nutzen könnte. Seine Bemühungen trugen vergangene Woche schließlich Früchte. Die Behörde stellte einen detaillierten Plan vor, wie Polen künftig im Rahmen der digitalen Expansion die Chancen und Möglichkeiten von Bitcoins für sich nutzen kann.

Das veröffentlichte Paper „Vom papierhaften zum digitalen Polen“ ermöglicht tiefe Einblicke in die Pläne des Ministeriums. So ist bereits ersichtlich, dass Polen zukünftig einen höheren Fokus auf ausgewählte öffentliche Dienstleistungen legen wird. Darunter zählen unter anderem die elektronische Identifizierung und die Möglichkeit der bargeldlosen Zahlung. Für beide Dienstleistungen beteuerte das Ministerium, künftig größere Anstrengungen zu unternehmen.

Eine optimale Lösung für alle

Das Ministerium setzt dabei den Fokus jedoch klar auf die Technologie hinter den Bitcoins und anderen digitalen Währungen. Das sogenannte Blockchain soll dabei helfen, innerhalb von Europa wieder wettbewerbsfähig zu werden. Es sind bereits Planungen getroffen worden, die rechtlichen Rahmenbedingungen zugunsten der Entwicklung anzupassen. Hierbei werden aktuell wirtschaftliche Strategien entwickelt, die eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit digitaler Projekte zum Gegenstand haben. Dabei wird aktuell geprüft, welche Regularien und Vorkehrungen getroffen werden müssen. Das Ministerium arbeitet mit Hochdruck an verschiedenen Gesetzesentwürfen. Die Gesetzgebung soll zukünftig so angepasst werden, dass der polnischen Regierung die notwendige Kontrolle über sämtliche digitalen Währungen gegeben wird. Dabei muss jedoch ein akzeptierter Mittelweg gefunden werden, der sowohl auf die Bedürfnisse der Regierung eingeht, als auch den Schutz der Verbraucher gewährleistet. Hierbei gibt es einige Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, um eine optimale Lösung zu finden, die Vorteile und Chancen für alle Beteiligten liefert.

Intensive Arbeiten während der Ruhe

Diese Blockchain-freundliche Haltung der polnischen Regierung ist bereits seit einigen Jahren ersichtlich. Bereits 2013 erklärte das polnische Finanzministerium offiziell, dass Bitcoins in Polen legal sind. Danach blieb die Regierung jedoch in dieser Thematik weitestgehend ruhig. Diskussionen über digitale Währungen fanden von Seiten der Regierung danach nicht in der Presse statt. Unter der Oberfläche verlor das Thema für die polnische Regierung nie an Bedeutung. Bis zum Februar dieses Jahres wurde an einem Strategiepapier über die Blockchain-Technologie mit Nachdruck gearbeitet. Dieses veröffentlichte das Ministerium für digitale Angelegenheiten noch im Februar und ging darin tiefgehend auf Bitcoins und andere digitale Währungen als Teil des erstrebten Internet der Dinge ein.

Die Gespräche werden fortgeführt

Die Grundlage für dieses umfassende Strategiepapier stellt ein reger Austausch zwischen dem polnischen Ministerium für Digitalisierung und zahlreichen IT-Startup dar. Hierbei profitierte die Behörde von dem intensiven Wissen der entsprechenden Startups, die sich mit Bitcoins und Blockchain beschäftigten. Trotz dem bereits erzielten Ergebnis des Strategiepapiers und der offiziellen Erklärung der polnischen Regierung werden die Gespräche der Behörde mit den Unternehmen fortgesetzt. Derzeit sind weitere Paper in Planung. Experten erwarten die nächsten Ergebnisse dieses Diskurses im Juli dieses Jahres. Die weiteren Entwicklungen bezüglich digitaler Währungen bleiben also spannend.

Quelle

>> Bez cyfryzacji nie ma rozwoju
>> Ministry of Digital Affairs
>> od_papierowej_do_cyfrowej_polski-status_prac.PDF

Foto: CCO Public Domain