Willkommen zur Bitcoin-Chart-Reihe von BitBulla

Als „BitBulla“ schreibe ich an dieser Stelle regelmässig meine Meinung und Gedanken zum Kursverlauf von Bitcoin. Als Werkzeug zur Chart-Analyse nutze ich die Plattform von TradingView. CHARTS: Bitstamp: Bitcoin / Dollar

Forecast #5

Kalenderwoche 3 „SKYFALL“

Hat jemand „Drama“ gesagt ;))  doch immer wieder spannend wie Emotionen hoch gekocht werden und sich in einen lauten Knall entladen können. Mal ehrlich, wie oft wurde Bitcoin schon für tot erklärt! Sicher schon mindestens 17 Mal oder so- aber was ist eigentlich passiert??

boom chart

Von 430$ runter auf 360$ in ein paar Stunden klingt nach einer gehörigen Tracht Prügel. Sehen wir uns den Auslöser mal genauer an, das Hearn-Experiment:

[…
Why has Bitcoin failed? It has failed because the community has failed. What was meant to be a new, decentralised form of money that lacked “systemically important institutions” and “too big to fail” has become something even worse: a system completely controlled by just a handful of people. Worse still, the network is on the brink of technical collapse. The mechanisms that should have prevented this outcome have broken down, and as a result there’s no longer much reason to think Bitcoin can actually be better than the existing financial system.

Even if a new team was built to replace Bitcoin Core, the problem of mining power being concentrated behind the Great Firewall would remain. Bitcoin has no future whilst it’s controlled by fewer than 10 people. And there’s no solution in sight for this problem: nobody even has any suggestions. For a community that has always worried about the block chain being taken over by an oppressive government, it is a rich irony.
…]

Der Beitrag ist lesenswert, muss aber mit gesundem Abstand behandelt werden. So bin ich nicht einig mit Mike Hearn wenn er das Experiment als gescheitert proklamiert.

So wenig wie Bitcoin von einem einzelnen gesteuert werden kann, so wenig kann ein jemand alleine seinen Untergang einleiten.

Ich gehe nicht soweit wie Bram Cohen in seinem „WhinyRageQuitting“, komme aber auch nicht darum herum Mike Hearn’s Reaktion als Ausdruck einer persönliche Niederlage zu empfinden.


Ich werde noch ein paar Zeilen zum Text schreiben bevor ich wieder eine Chart zeige =), versuchen ein paar Punkte aufzugreifen und ins deutsche zu bringen.

Im Grunde geht es in seinem Statement um folgende Punkte (und noch einige mehr) aber im groben Ganzen:

  • Blocksize-Debatte
    Sollte die Technologie breitere Anwendung finden müssen mehr Transaktionen pro Sekunde möglich werden. 3-7 Stück pro Sekunde sind zu wenig und führen zu immer längeren Wartezeiten in der Verarbeitung. Hier könnten die Zahlungen mit Gebühren priorisiert werden und am Schluss wieder teurer als „klassische“ Bankzahlungen werden. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Missbrauch, da die längere Verifizierung schlussendlich Zahlungen im Onlinehandel verunmöglicht–Stichwort:Double-spending. Somit lösen sich zwei der Hauptargumente: „Schnell und günstig“, in Luft auf–
  • BitcoinXT(BIP101)
    Jetzt wird es technisch und es wird klar warum die Entwicklung am Kern so wichtig ist. Und es wird noch klarer wie schwierig sich technische Details weiterentwickeln lassen wenn es zu politisch wird, wenn jeder mitreden kann und will.
    Zusammengefasst bietet BitcoinXT  eine Lösung für das Blocksize-Problem und sieht eine kontinuierliche Vergrösserung nach dem Mooreschen-Gesetzt vor bis zu einer Blockgrösse von 8GB!. Die Lösung wurde breit diskutiert- zu breit.
    Am Schluss ging es nicht mehr um Blocksize oder die Entwicklung an sich, sonder nur noch darum warum die Entwickler von XT überhaupt das Sagen haben sollten. Die Befürworter sahen das Update als nötig und richtig an, wogegen die Gegner von Verrat sprachen und von feindlicher Übernahme ect. Ein erbitterter Kampf entstand in den sozialen Medien /r war voll davon und schon bald ging es nicht mehr um die Sache an sich sondern nur noch darum wer den grösseren hat.
    Wer XT installiert hatte wurde zur Zielscheibe von DDoS-Attacken, gehackt und bedroht. Die Macher von XT, allen voran Gavin Andresen suchten den Dialog und riefen zu Lösungsvorschlägen an eigens dafür eingerichteten Bitcoin-Scaling-Konferenzen. Es wurde keine Lösung erzielt und nichts verbindliches abgemacht.
    Spannend an BitcoinXT war der Mechanismus nach dem die Änderungen erst greifen sollten wenn über 75% von allen Knoten die Software installiert hatten –und der restliche Viertel?
  • Coin-Fork
    Ich schreibe ein Programm und verteile es, ich entwickle es weiter und gebe laufend Updates raus = Soft-Forke (die Kompatibilität nach unten bleibt gesichert). Nach ein paar Jahren überarbeite ich alles neu und gebe eine komplett neue Version raus = Hard-Fork (jetzt existieren zwei unabhängige Versionen).
    Soo, Bitcoin ist jetzt ein spezieller Fall da ein Hard-Fork nach der Auffassung vieler automatisch zu einem Alt-Coin führen würde. Sprich während einige Miner noch Blöcke nach dem alten Protokoll schreiben, werden von den XT-Minern Blöcke geschrieben die inkompatibel sind und daher faktisch einen eigenen Coin Minen.
    Daher braucht es nicht einfach eine Mehrheit von 51% oder 75%, sondern einen Konsens bei dem alle mitmachen. Und hier beisst sich die Schlange wieder in ihren eigenen Schwanz, wer soll bestimmen wohin es geht? Hard-oder Softfork, was ist sicherer- aktuelle Diskussion aus /r
  • Mining made in China
    Jetzt kommt noch China ins Spiel, China das hinter der Great-Firewall nicht interessiert ist an grösseren Blöcken. Was wie aus einem schlechten Film tönt ist leider realer als es einem lieb ist. Wir sprechen ja nicht von hunderten von Megabytes, auch wenn dies in den Zeiten von Breitband-Internet kein Problem mehr sein sollte. Nein, wir sprechen von 1MB!
    Und was ist jetzt das Problem? In China sitzen einige der grössten Miner mit der grössten Rechenleistung im System. Und da das Verifizieren und verarbeiten von Transaktionen der wichtigste Teil ist bei der Arbeit an den Blöcken, darf China nicht einfach ausgeklammert werden wenn es um die Blocksize-Debatte geht.
    Und hier scheint Mike Hearn ein ideologisches Problem zu haben, wenn er fragt, wer gerne mit Bitcoin arbeiten möchte wenn China als wichtiger Partner nicht einmal die Menschenrechte beachtet.
  • $$$
    Am Ende geht es ja auch immer ums liebe Geld. Momentan werden alle 10 Minuten 25BTC fürs Mining ausgeschüttet, ein lukratives Geschäft bei einem Kurs um die 400$ (rechne!).
    Dieses Jahr kommt mit dem Block-Halving (Halving-Clock) ein Grossereignis auf uns zu und damit auch die Frage nach Aufwand und Ertrag. Die Hashing-Power vom System grenzt bereits jetzt an Wahnsinn, wir werden sehen ob das Experiment Bitcoin noch dieses Jahr an seinem Energiehunger erstickt oder in neue Höhen abhebt.

Ich versuche es mal so zusammenzufassen:

Dezentralisierte Open-Source-Technologien haben Kryptowährungen erst möglich gemacht, wenn es aber zur Weiterentwicklung kommt wird die fehlende Führung zum Fluch.

Kurs seit August 2014

Mit Abstand

Ja es wurde viel Geschrieben und es passiert auch einiges– ich werde BitcoinClassic im Auge behalten und mich auch nächste Woche wieder melden.
Betrachtet man die Sache mit etwas Abstand, wirkt die Kurskorrektur nicht wie ein Crash sondern folgt eher einem Trend der sich schon seit längerem abzeichnet.

Ob wir diese Woche den Bottom bereits erreicht haben wird sich zeigen. Der Schock scheint sicher aber zu erholen und lässt auf Kursgewinne hoffen!

forecast charthier noch eine Vorschau

Live verfolgen -> https://www.tradingview.com/chart/BTCUSD/gedc20Tc-Skyfall/

Jeden Tag kommt eine neue Kerze dazu. Update folgt…

 

Ich wünsche allen Tradern und Bitcoin-Enthusiasten viel Erfolg!

„get rich or die trading“


Letzter „BitBulla Forecast“


Disclaimer: Die Kommentare und Überlegungen zum Bitcoin-Kurs widerspiegeln die Meinung vom Autor und nicht zwangsläufig von BitcoinNews. Die Ansichten vom Autor zur Kursentwicklung zeigen seine Ansichten und sind ausdrücklich nicht als Kauf/Verkauf-Empfehlung zu betrachten.

BitBulla: 14qD2KY2KJFD7rssFHKgocuxerdrSzGj9S