Mehr als 90 % der institutionellen und gewerblichen Investoren verwalten ihre Guthaben in Bitcoin und anderen Kryptowährungen ausschliesslich über ihre Wallets bei den Kryptobörsen. Das ergab eine Umfrage der Bitcoin-Börse Binance im November 2019. Auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Binance vor allem die eigenen Nutzerinnen und Nutzer befragt haben dürfte und lediglich eine vergleichsweise kleine Anzahl von 76 institutionellen Anlegern motivieren konnte, sich zu beteiligen, ist diese Zahl alarmierend.

Binance Umfrage: So speichern Firmen ihre BItcoins

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Die Konten bei grossen und kleinen Handelsplätzen werden schliesslich regelmäßig von Hackern angegriffen. Erst vor wenigen Tagen sind etwa die privaten Daten von fast 1,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzern der Ripple-Onlinewallet Gatehub im Netz aufgeschlagen. Auch Binance wurde bereits mehrfach von Hackern angegriffen. Insbesondere für die langfristige Speicherung von Kryptoguthaben in nennenswerter Höhe eignen sich Cold-Storage-Wallets wie zum Beispiel die verschiedenen Hardware-Wallet-Lösungen wesentlich besser. Denn nur mit solchen Systemen lässt sich sicherstellen, dass die privaten Schlüssel zum Kryptovermögen niemals mit einem Online-System in Berührung kommen. Doch nicht alleine die Angriffe krimineller Hacker stellen ein Problem der Kryptobörsen dar. Auch dass die Guthaben dort häufig von den Marktplätzen selbst verwaltet werden, ist problematisch. Veruntreuung, Diebstahl oder das unvermittelte Schliessen der ganzen Börse durch die Betreiberinnen und Betreiber sind reale Risiken. Mt.Gox als 2014 spektakulär implodierter, ehemals grösster Bitcoin-Handelsplatz der Welt sollte hier als mahnendes Beispiel dienen.

Beim zweiten Proof-of-Keys-Event, initiiert vom Podcaster Trace Mayer, sollen am 3. Januar 2020 möglichst viele Anleger dazu bewegt werden, ihre Krypto-Assets von den Handelsbörsen abzuziehen und in selbst verwaltete Wallets zu verlagern.