Startups aus dem Bereich Bitcoin und Blockchain sind oft einige Millionen mehr wert, wenn die Investoren bei ihrer Recherche Artikel im Internet über eben diese Firmen finden. Daher können insbesondere grössere Verlage in Märkten wie Deutschland ihre Reichweite gut verkaufen. BTC-Echo, einer der bekanntesten deutschsprachigen Bitcoin-Blogs will expandieren und führte daher ein Security Token Offering (STO) durch. Doch nun wurde der ICO von den Behörden gerügt. Hier die Hintergründe zur Bafin-Verwarnung für BTC-Echo:

Jüngst verwarnte die Bafin das Branchenmagazin BTC-Echo für eine Verletzung der geltenden Regeln bei seinem SecurityToken Offering (STO). Die Hintergründe für ein derartiges Vorgehen seitens der Bafin lagen bislang im Unklaren.

Verwarnung umfasste zweieinhalb Zeilen

Die Bafin teilte in einem kurzen Schreiben mit, dass es einen hinreichenden Verdacht gebe, wonach die BTC-ECHO GmbH ein Wertpapier als „SECURITY TOKEN“ anbieten würden. Diese bedeute nach Auffasung der Bafin einen Verstoss gegen die EU-Prospektverordnung. Diesen Schnellschuss scheint die Bafin intern nochmals durchdacht zu haben und nahm die veröffentlichte Meldung von ihrer Webseite.

BTC-Echo ist ein renommiertes Onlinemagazin

BTC-Echo ist im deutschsprachigen Raum innerhalb der Kryptoszene eines der renommiertesten Onlinemagazine. Seit September 2019 führt BTC-Echo ein STO durch. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung von ICOs. Ursprünglich wollte sich BTC-Echo durch die Ausgabe von digitalen Wertpapieren zu einer Plattform ausbauen, um das Ziel der europäischen Marktführerschaft bis zum Jahr 2021 zu erreichen. Der Chefredakteur Sven Wagenknecht erläuterte, dass „viele Unternehmen“ bislang den digitalen Börsengang scheuen, da sowohl regulatorische als auch technische Hürden den Weg dahin blockieren würden.

Bafin gibt keine Stellungnahme ab

Bislang äussert sich die Bafin nicht zu dem Fall. Als Hauptgrund für die Verwarnung sehen viele die Tatsache, dass sich BTC-Echo im Vorfeld nicht mit der Behörde auf das Vorhaben verständigt hat. Einige Beobachter sprechen dabei von eine „Retourkutsche“ seitens der Bafin. BTC-Echo war dennoch dazu gezwungen, alle Seiten zum STO offline zu nehmen. Indes steigt die Unruhe in der Krypto-Community vor dem Hintergrund der ausgesprochenen Verwarnung erheblich an. Diese sieht sich Wiedersprüchen ausgesetzt, welche ein Handeln gar unmöglich machen. Was das Know-How angeht, unterschreibt ein Grossteil der Community der Bafin ein gutes Zeugnis, was wiederum zur Überraschung der ausgesprochenen Verwarnung beiträgt. Der BTC-Echo STO stiess auch innerhalb der Bitcoin Community auf Kritik. Denn die Schwelle für die Investoren war relativ hoch. Man musste mindestens 25’000 Euro hinlegen. Durch diese hohe Hürde wollte BTC-Echo sich wahrscheinlich vor den Unmengen an KYC und AML-Anträgen schützen. Es bleibt in jedem Fall spannend, wie sich die Blog-Landschaft rund um Bitcoin weiterentwickelt. Mittlerweile schreiben zwar viele Journalisten zum Thema Bitcoin, aber es ist nicht so einfach, „echte News“ und zuverlässige Blogartikel mit Quellenangaben und einer gewissen Qualität und Konstanz zu finden. Viele der sogenannten Bitcoin Blogs sind nichts anderes als Billige Promotoren für dubiose CFD-Portale, fragwürdige MLMs und gar betrügerische Schneeballsysteme.