Die UBS stellte im Rahmen eines Social Media #Klassentreffen ihre neue App „Paymit“ vor. Diese Bezahl-App ist  wohl eine (frühe) Antwort auf die drohende Konkurenz wie PayPal, Google Wallet&Co. Und auch via Facebook-Messenger wird man in Kürze in Europa Geld versenden können. Die Konkurrenz ist da; Innovation ist gefragt. Und in der Tat, die App Paymit kann sich sehen lassen. Zumindest folgende Aspekte sind äusserst interesseant: Jeder kann mit dieser App Geld an Handynummern versenden. Zum Empfangen der Beträge braucht man allerdings ein Schweizer Bankkonto. Für Online Shops gibt es einen Schnittstelle, sodass mit dieser App bald Waren oder Dienstleistungen bezahlt werden können. Auch war die Vorstellung der App und die Offenheit, mit welcher die UBS die App präsentierte, sehr sympathisch und geschah in bester Startup-Manier:

Erster Eindruck

Die App hat noch „Kinderkrankheiten“ rsp. Bugs. Beim ersten Anmelden stürzte mir die Android-Version von Paymit einige Male ab. Und sobald das Smartphone keine Internetverbindung hat, crasht die App. Aber das wär’s dann eigentlich auch schon. Solche Fehler kann man in Anbetracht des Soft-Release verzeihen, zumal die UBS den Dialog mit den Kunden aktiv in Social Media betreibt und zudem verspricht, das Feedback der User direkt in die Entwicklung einfliessen zu lassen. Abgesehen davon, funktioniert die App zuverlässig und auch das Hinzufügen von Konto via IBAN-Nummer und Kreditkartendaten sowie das Versenden und Anfordern von Geld funktioniert einwandfrei. Ja hier kommt das „Aha-Erlebnis“: Alles funktioniert erstaunlich unkompliziert und auf äusserst benutzerfreundliche Art und Weise. Es irritierte mich, dass versendetes Geld umgehend dem Empfänger gutgeschrieben wird. Es gibt keine Möglichkeit eine Zahlung im Voraus abzulehnen. Auch frage ich mich, wieviele Anfragen für „Geld empfangen“ man wohl versenden kann. Theoretisch könnte man ja an all seine Handykontakte einen Request schicken, was dann wohl schnell mal als Spam empfunden würde. Analaog dazu gab es ja im Bitcoin Netwzerk die Problematik, dass einige Spammer im grossen Stil Kleinstbeträge von beispielsweise einem Satoshi versendeten. Nur damit dann diese Adresse gegoogelt wirgd, was dann den User auf die gewünschte Website lenkte. Im Weiteren stört mich, dass man gleich zu Beginn im Feld „Geld versenden“ drin ist. Wer nicht acht gibt, verschickt womöglich aus Versehen Geld. Ok, das sind jetzt Kleinigkeiten. Was definitiv auch noch fehlt ist ein grosses Netz an Akzeptanzstellen. Sicherlich ist es nützlich, jemanden schnell und Gebührenfrei einen Kleinbetrag überweisen zu können. Nur wird man dies wohl auch bald via Facebook Messenger oder PayPal machen können. Will sich diese App tatsächlich ernsthaft zur Mobile Payment-Lösung mausern, braucht es ein breites Netz an Händlern, die Paymit in ihren Shops und Geschäften einsetzen. Und ist die Schweiz überhaupt bereit für Mobile Payment?

Was kann Paymit?

  • Schweizer Bankkunden können via App untereinander direkt Geld an Kontakte rsp. deren Handynummer versenden und empfangen, auch nicht UBS-Kunden.
  • Beträge werden direkt dem Konto gutgeschrieben rsp. direkt von der Kreditkarte abgezogen. Es gibt also kein „Zwischenkonto“.
  • Die UBS übernimmt die Transaktionsgebühren komplett, auch wenn der User kein UBS Konto hat.

 

Was Paymit noch fehlt

  • Bitcoin Implementation
  • Kooperationspartner im Ausland
  • Akzeptanzstellen (Online Shops usw.)

Fazit: Paymit vs. Twint

Die Paymit App ist überaschend benutzerfreundlich umgesetzt. Mit ledigllich einer PIN-Abfrage ist man in der App und kann Geld senden oder anfordern. Die Postfinance wird ebenfalls in Kürze ihre Bezahl-App namens „Twint“ lancieren und es wird in der Schweiz wohl zum Konkurrenzkampf Twint vs. Paymit kommen, wobei sich wohl nur ein System durchsetzen wird. Ob sich das System Paymit weltweit durchsetzen wird, wage ich zu bezweifeln, es fehlen Internationale Partner. Zumindest in Nordeuropäischen Ländern gäbe es Möglichkeiten für Kooperationen, aber da ist noch nichts bekannt. Ohne Kooperation wird es schwierig. Insbesondere wenn dann Facebook, Google und Apple in den Europäischen Markt einsteigen, wird es für Paymit sehr eng. Ohne Killer-Feature wie beispielsweise eine Bitcoin-Integration sehe ich Schwierigkeiten, insbesondere in einem innovationsresistenten Markt wie der Schweiz.

Transparenz-Disclaimer

Jeder Besucher erhielt 25 CHF zum „spielen“ rsp. um Smoothies zu kaufen und die Tartar-Häppli waren zwar vegetarisch, aber dennoch fein und vom Hiltl gesponsert. >> Paymit Microsite

Impressionen

Social Media

ZKB

Die ZKB setzt ebenfalls auf das Paymit-System, nur ist im Gegensatz zur UBS die Paymmit-Funktion in die „normale“ ZKB App mitintegriert.

Video

>> Lesetipp Klassentreffen, drüben bei Martin Rechsteiner