Die Europäische Kommission prüft das Verhalten von Facebook Libra. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilt, werde aktuell „potenziell wettbewerbswidriges Vorgehen“ untersucht. Bereits Anfang des Monats soll den Libra-Partnern ein Fragebogen ausgehändigt worden sein.

Die Untersuchung soll sich laut Fragebogen auf die Führungsstruktur von Libra und auf die Libra Association im Allgemeinen konzentrieren. Die Aufsichtsbehörde befürchtet, dass sich die Libra Association zu einem exklusiven Club für bestimmte Unternehmen entwickeln könnte. Dies könnte einen fairen Markt gefährden. Auch eine mögliche Einbindung in die Facebook-Apps WhatsApp und Messenger wird untersucht.

Besitzt Facebook ein Monopol?

Erst im Juni warnte der US-Senator Sherrod Brown vor einer möglichen Monopolstellung Facebooks. Facebook könnte seine Stellung auf dem Markt ausnutzen, um beispielsweise Kunden zur Verwendung hauseigener Finanzprodukte zu nötigen. Kleinere Unternehmen könnten dazu gezwungen sein, Facebook zu nutzen, um nicht den Zugang zu Millionen von potenziellen Kunden zu verlieren.

Geklärt werden soll nun, ob Facebook Libra überhaupt einen fairen Wettbewerb ermöglicht. Der Austausch von Kundendaten ist nur eine der Gefahren, die die Europäische Kommission sieht. Problematisch ist auch die Einbindung von Libra in bestehende Facebook-Systeme, die externe Anbieter potenziell ausschließen könnte.

Die Kartellaufsicht ist der Sektor innerhalb der EU-Kommission, der für die Prüfung und Regulierung von Libra und anderen Kryptowährungen und Digitalfinanzprodukten zuständig ist. Sie verfolgt sämtliche Entwicklungen im Bereich von Kryptowährungen und verwandten Bereichen.