Die Ankündigung von Facebok hat Notenbanken und Politiker weltweit aufgeschreckt. Experten trauen dem Projekt von Facebook zu, dass es die Finanzwelt auf den Kopf stellen könnte. Insbesondere hohe US-Politiker wie Senatoren fürchten sich vor der Digitalisierung von Geld. Wie die NZZ aufdeckte, besucht nun eine US-Delegation die Schweiz. Der Grund: Der geplante Genfer Verein Libra, welcher die Facbook-Währung Calibra herausgeben wird.

Dabei wird eine sechsköpfige Delegation des House Financial Services Committee mit dem Datenschutz- und Informationskommissar (EDÖB) Adrian Lobsiger zusammentreffen, um sich über digitale Währungen auszutauschen.

Wollen die Amerikaner Libra in die USA holen? Dies wird wohl eher schwierig. Finanztransaktionen sind in den USA sehr streng reguliert. US-Amerikaner mit einem US-Pass können mittlerweile in fast keinem Land der Welt mehr ein Konto eröffnen. Zudem sind die USA relativ altmodisch wenn es ums Bezahlen geht: Überweisungen sind selten, stattdessen wird mit Schecks und Kreditkarten hantiert.

Genf bleibt attraktiv für internationale Organisationen

Sicher ist: Die Schweizerische Nationalbank SNB hält mehr Facebook-Aktien als Mark Zuckerberg. Aber dies ist sicher nicht der einzige Grund, warum sich Facebook mit seinem wichtigsten Projekt in der Schweiz ansiedeln möchte. Der internationale Standort Genf bleibt attraktiv für internationale Organisationen. Die Anzahl internationaler Konferenzen nimmt zu. In Genf waren 2017 insgesamt 34 internationale Organisationen mit über 18’000 permanenten Funktionären vertreten.

Nicht nur internationale Organisationen, die über ein Abkommen mit der Schweiz verfügen, sondern auch internationale Nichtregierungsorganisationen sind in Genf präsent: Im Jahr 2018 unterhielten in Genf 399 Nichtregierungsorganisationen eine Vertretung, 192 davon mit mindestens einer Arbeitsstelle.

Die internationale Ausrichtung Genfs zeigt sich neben der Vertretung internationaler Organisationen und internationaler Nichtregierungsorganisationen auch durch die Präsenz der Staaten. Insgesamt gibt es in Genf 257 Missionen, Vertretungen und Delegationen. Der Grossteil davon entfällt auf die ständigen Missionen der Staaten, die beim Büro der Vereinten Nationen angesiedelt sind. Hinzu kommen separate Missionen oder Vertretungen einiger Staaten bei der Welthandelsorganisation und der Abrüstungskonferenz sowie ständige Delegationen internationaler Organisationen.