Letzte Woche verhängte die US-Regierung im Zuge erfolgloser Handelsgespräche einen neuen Zoll auf chinesische Waren. Im September sollen die Gespräche weiter gehen. Die USA wollen für diese nächste Runde offensichtlich Druck auf die chinesische Regierung aufbauen. Diese hat jedoch eine neue Möglichkeit gefunden, die Zölle zu kontern. China wertete kurzerhand die eigene Währung ab. Chinas Notenbank hat damit eine Tiefstgrenze für die chinesische Geldeinheit Yuan unterschritten. Demnach kostet ein Dollar nun mindestens sieben Yuan.

China setzt auf günstige Exporte. Riskiert Inflation

Die Folgen dieser Maßnahme schwächen die Wirkung der US-Zölle ab. Ein schwacher Yuan macht es chinesischen Unternehmen möglich, günstig zu exportieren. Die Außenwirtschaft wird also angetrieben. Das ist allerdings ein gefährliches Spiel. Finanzmärkte könnten auf die Abwertung negativ reagieren. Eine dadurch mögliche, weitere Abschwächung des Yuan könnte China dann nicht mehr selbst beeinflussen. Steigende Inflationsraten drohen.

Darüber hinaus ist das Verfahren auch wirtschaftspolitisch kontrovers. Jetzt steht nämlich die Anschuldigung der Währungsmanipulation im Raum. Das us-amerikanische Finanzministerium will eine Überprüfung durch den Internationalen Währungsfond einleiten. Die lauteste Kritik äußerte allerdings US-Präsident Donald Trump. Dabei hatte dieser selbst vor kurzem von seiner eigenen Zentralbank die Abschwächung des Dollar gefordert.

Ein Handelskrieg könnte sich daraus entwickeln

Die chinesische Notenbank betrachtet die Abwertung des Yuan als einmalige und notwendige Verteidigungsmaßnahme gegenüber den wirtschaftspolitischen Maßnahmen der USA. Es ist allerdings nicht gesagt, dass es dabei bleibt. Es bleibt abzuwarten, ob die US-Regierung über die Einleitung von internationalen Prüfverfahren hinaus weitere Schritte erwägen könnte. Die UN warnt indessen vor einer erneuten Eskalation in Wirtschaftsangelegenheiten. So könnte es aus dem verschärften Handelsstreit schnell ein Handelskrieg entstehen.