Offene WLANs haben es in Deutschland schwer. Und dabei geht es nicht nur um die Bedenken bezüglich der Sicherheit, sondern als Nutzer wird man auch von Filtern oder irgendwelchen Registrierungen genervt. Ein Grund, wieso lieber darauf verzichtet wird. Außerdem sind offene WLAN-Netzwerke nicht überall zu finden, ein weiterer Nachteil. Damit sich das Bild in Zukunft ändert, wurde 2003 Freifunk ins Leben gerufen. Das Ziel der Initiative: Netzwerke schaffen, die von den Bürgern betrieben werden. Oder anders ausgedrückt: Durch Freifunk kann jeder Privatmensch und jedes Unternehmen seine Internetverbindung via WLAN, und vor allem rechtssicher, teilen. Doch wie sieht das Ganze in der Praxis aus?

Die Idee von Freifunk

Nehmen wir einen Ort mit 3.000 Einwohnern her. 1.500 davon, aber auch Vereine sind damit gemeint, installieren einen Freifunk-Router bei sich. Sie alle heißen zwar anders, haben jedoch die identische SSID (WLAN-Name). Speichert man nun einmal das WLAN-Profil in sein Gerät (Smartphone oder Tablet beispielsweise) ein, dann wird man automatisch in Reichweite eines Freifunk-Routers mit diesem verbunden. Und da alle mit dem „normalen“ Internet verbunden sind, gibt es auch keine Filter oder andere Einschränkungen. Man stellt sein Internet in diesem Fall als freies WLAN zur Verfügung und muss sich nicht mit dem Thema „Haftung“ beschäftigen. Ein weiterer positiver Effekt: Man profitiert in Notfällen selbst von diesem System, wenn zum Beispiel der Nachbar dies installiert hat. Fällt nämlich bei einem selbst das Internet aus, dann kann man sich kostenlos und unverschlüsselt beim Nachbarn einloggen.

So wird ein Freifunk-Router eingerichtet

Da das Prinzip einem kommerziellen Hotspot gleicht, wird ein extra WLAN-Router benötigt. Doch keine Sorge, dieser verschlingt maximal 40 Euro (meist sogar deutlich weniger). Nach Erhalt wird die Freifunk-Software eingespielt und das Gerät mit dem heimischen DSL-Router verbunden. Nach einer kurzen Einrichtung ist das System fertig aufgebaut und für seinen Einsatz bereit.

Wichtig: Einen Freifunk-Router kann jeder aufstellen. Also Privatmensch, Gewerbetreibende oder auch öffentliche Einrichtungen. Auch ist weder ein Vertrag noch eine Vereinsmitgliedschaft notwendig.

Betrieb zu 100 % kostenlos

Damit die Infrastruktur der Initiative korrekt funktioniert und wachsen kann, gibt es ehrenamtliche Techniker. Man selbst muss also wirklich nur den Router kaufen und hat anschließend keine Kosten mehr. Wer möchte, der kann allerdings spenden, denn die Serverkosten belaufen sich jährlich auf rund zehn Euro pro aktiven Router. Doch wie gesagt, eine Bezahlverpflichtung gibt es nicht.

Unterm Strich ist die Idee von Freifunk super und es bleibt zu hoffen, dass so viele wie möglich mitmachen.

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