Die Bundesregierung sieht die Notenbanken in der Pflicht, sich verstärkt mit „den Auswirkungen und dem Nutzen von digitalem Zentralbankgeld“ auseinanderzusetzen. Zwar zeige die Entwicklung sogenannter Stablecoins, dass es grundsätzlich einen Bedarf an „digitalem Geld“ gebe. Digitales Zentralbankgeld als Ergänzung zum traditionellen Zentralbankgeld werfe aber zahlreiche Fragen auf. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP führt die Bundesregierung unter anderem an, dass etwa im Krisenfall die Finanzstabilität stärker gefährdet sein könnte. So bestünde mit digitalem Zentralbankgeld dann eine „zusätzliche, sehr liquide und sichere Anlagealternative zu Bankeinlagen“. „Eine ‚Flucht in Sicherheit‘ oder ein digitaler Bank Run könnte schneller und in stärkerem Umfang stattfinden, was destabilisierende Effekte birgt“, warnt die Bundesregierung in der Antwort.

Zuerst stellt die Bundesregierung fest, dass Stablecoins noch zuwenig verbreitet sind, um Aussagen über deren Auswirkungen machen zu können:

Derzeit am Markt befindliche Kryptoassets erfüllen in der Breite nicht die wesentlichen Geldfunktionen; sie haben nur eine begrenzte Verbreitung und sind eher als Spekulationsobjekt denn als allgemeines Zahlungs- und Wertaufbewahrungsinstrument zu betrachten.

Abe danach wird es interessant, denn da kommt die Aufforderung an die Notenbanken, sich eingehend mit Stablecoins zu befassen:

Die Entwicklung von Stablecoins zeigt, dass es grundsätzlich einen Bedarf an „digitalem Geld“ gibt. Die Einführung von digitalem Zentralbankgeld in Ergänzung zum traditionellen Zentralbankgeld wäre mit einer Vielzahl von Fragen verbunden. So könnte die Herausgabe von digitalem Zentralbankgeld an die breiteDie Entwicklung von Stablecoins zeigt, dass es grundsätzlich einen Bedarf an „digitalem Geld“ gibt. Die Einführung von digitalem Zentralbankgeld in Ergänzung zum traditionellen Zentralbankgeld wäre mit einer Vielzahl von Fragen verbunden. So könnte die Herausgabe von digitalem Zentralbankgeld an die breite Öffentlichkeit die Refinanzierung von Banken über Einlagen verteuern. Dies wiederum könnte die Höhe und Konditionen der Kreditvergabe beeinflussen und somit die geldpolitische Transmission beeinträchtigen. Auch könnte die Finanzstabilität im Krisenfall stärker gefährdet sein, da mit digitalem Zentralbankgeld eine zusätzliche, sehr liquide und sichere Anlagealternative zu Bankeinlagen bestünde. Eine „Flucht in Sicherheit“ oder ein digitaler Bank Run könnte schneller und in stärkerem Umfang stattfinden, was destabilisierende Effekte birgt. Vor diesem Hintergrund sollte eine verstärkte Auseinandersetzung der Notenbanken mit den Auswirkungen und dem Nutzen von digitalem Zentralbankgeld erfolgen.

Deutscher Bundestag: Positionen der Europäischen Zentralbank zu Kryptoassets

Generell lässt sich aus Sicht der Bundesregierung nur schwer abschätzen, wie groß das Marktpotenzial von Stablecoins sei. Die Idee hinter Stablecoins ist der Antwort zufolge, die starken Wertschwankungen der sogenannten Kryptoassets (zum Beispiel Bitcoin) durch eine Bindung an eine Währung oder einen Währungskorb oder durch eine (zusätzliche) Unterlegung mit möglichst wertstabilen Vermögenswerten zu vermeiden. Laut Bundesregierung zeigen Beispiele etwa aus China, dass digitale Zahlungssysteme eine hohe Marktdurchdringung erreichen können. „Allerdings entwickeln sich auch bestehende Zahlungsverkehrsinfrastrukturen dynamisch weiter, etwa durch die jüngst vom Eurosystem bereitgestellte Abwicklungsinfrastruktur TARGET Instant Payments Settlement (TIPS)“, schreibt die Bundesregierung.