Die ersten Münzen wurden im Reich der Lyder zwischen 650 und 600 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben. Dabei handelte es sich um unförmige Brocken aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung, zuerst bildlos. Krösus war der letzte König des in Kleinasien gelegenen Lydiens. Er regierte um 550 Jahre vor Christus und war vor allem für seinen Wohlstand und seine Freigiebigkeit bekannt.

Vorderseite einer lydischen Münze aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. (Bild: Geldmuseum der Deutschen Bundesbank)

Vorderseite einer lydischen Münze aus dem 6. Jahrhundert vor Christus.
(Bild: Geldmuseum der Deutschen Bundesbank)

Krösus erkannte, dass in einer handelbaren Währung mehr Wachstum und Wohlstand lag, als in den Siegen seiner gefeierten und gefürchteten Reitertruppen. Er liess Münzen prägen, die aus einer standardisierten Menge Gold bestanden und somit mit jeder anderen Währung verrechnet werden konnten. Die Kopfseite der Münzen zierte das Wappen des Königs – als eine Art geprägte Garantie über den Materialwert. Sie verschafften Lydien nicht nur eine Periode relativen Friedens in einer vom Krieg geprägten Ära, sondern auch ein neues Wirtschaftssystem, dass Lydien zur ökonomischen Supermacht seiner Zeit werden liess.

Der Rand des braunen Gebiet ist die Grenze von Lydien in der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr.. Die rote Grenzlinie zeigt eine leicht geänderte Fassung des Grenzverlaufs.

Der Rand des braunen Gebiet ist die Grenze von Lydien in der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr.. Die rote Grenzlinie zeigt eine leicht geänderte Fassung des Grenzverlaufs.

Die Erfindung von standardisierten Münzen liess Lydien zur Supermacht werden, und dies ganz ohne Krieg.

Wann die Menschen zum ersten Mal Geld verwendeten, kann man nicht genau sagen. Die ersten Münzen in der Menschheitsgeschichte wurden bei Ausgrabungen in Sardes gefunden. Im 7. Jahrhundert vor Christus haben die Kaufleute in Lydien (ungefähr das Gebiet der heutigen Türkei) die ersten Münzen erfunden. Diese Münzen waren so viel Wert wie ihr Gewicht. Um sich die mühsame Wiegearbeit zu ersparen, schlugen die Kaufleute eine persönliche Prägung in ihre Metallstücke. Dieser Prägevorgang wird „münzen“ genannt.

Da damals noch nicht viele Metallstücke im Umlauf waren, gelangte eine Münze immer wieder in die gleichen Hände und so erkannten die Kaufleute ihren Wert auf den ersten Blick. Erst später übernahm dann der Staat die Aufgabe, die Metallstücke entsprechend ihres Wertes zu prägen. Damit war die Geldmünze, wie wir sie heute kennen, erfunden. Der König Krösus liess dann Münzen aus einer standardisierten Goldlegierung erstellen. Dies machte Lydien zum reichen Land, ohne dass wie damals üblich, kriegerische Eroberungen dazu nötig waren.

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