Der Norddeutsche (NDR) und der Saarländische Rundfunk (SR) haben ein millionenschweres Betrugsschema aufgedeckt. Dabei machte eine international auftretende Bande von dubiosen Trading-Plattformen Gebrauch. Laut der Staatsanwaltschaft Saarbrücken stand ein Deutscher an der Spitze der Bande. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat zusammen mit der Zentralen Wirtschaftsstaatsanwaltschaft Wien die Strafverfolgung aufgenommen. Die Angeklagten stehen unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Bandenbetruges. Der Kopf der Bande sitzt derzeit in Wien in Untersuchungshaft. Die anderen vier Mitglieder der Bande sollen sich auf der Flucht befinden.

Die Kriminellen suchten sich ihre Opfer gezielt aus und köderten diese in den sozialen Medien. Die Bande registrierte betrügerische Seiten und manipulierte die Besucher der Seiten dahingehend, dass sie Geldsummen überwiesen. Bei den bisherigen Ermittlungen konnten bis zu 387 Webseiten identifiziert werden, auf denen die Bande betrügerische Geldanlage-Plattformen eingerichtet hatte. Auf diesen Seiten konnten die Opfer mit digitalen Währungen Handel betreiben und auf Aktienkurse wetten. Jedoch steht die Möglichkeit im Raum, dass es sich dabei nur um eine Fassade handelte und auf diesen Seiten niemals gehandelt wurde.

Die Bande hat Callcenter in Deutschland, Österreich, Bulgarien, Tschechien und im Kosovo dazu genutzt, um Druck auf die Opfer auszuüben. Laut dem derzeitigen Stand der Ermittlungen verfügte der Kopf der Bande und Hauptverdächtige über eine Kundenkartei, die die Namen von 200 000 Deutschen enthielt. Tausende Deutsche könnten der Masche zum Opfer gefallen sein. Durchschnittlich hat ein Betrugsopfer 40 000 Euro verloren. Bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken sind schon 233 Strafanzeigen eingegangen. Aber das Geld, das die Opfer an die Bande überwiesen haben, ist unwiederbringlich verloren.