Im Jahr 2013 gingen der Informatiker Matthew Green und seine Studenten der Frage nach, ob Bitcoin die Anonymität der Nutzer gewährleisten kann. Im Zuge ihrer Forschungsarbeit machten Green und sein Team Schwachstellen aus. So lassen sich zum Beispiel durch die Analyse der Transaktionen eines Nutzers Rückschlüsse auf dessen Zahlungsverkehr ziehen. Um diesen Mangel an Anonymität zu beheben, setzte sich Green für ein Zusatzprotokoll ein, das den Usern ein größeres Maß an Sicherheit bietet. Aus dieser Initiative heraus entstand „Zerocoin“. Im Oktober 2016 wiederum wurde über mehrere Zwischenstationen aus Zerocoin „ZCash„. Die Macher von ZCash erheben den Anspruch, die Vorteile von Bitcoin mit einer größeren Anonymität zu verknüpfen.

Die Zcash Company, die entscheidend zur Entwicklung der Kryptowährung ZCash beigetragen hat, will den Nutzern beim Durchführen von finanziellen Transaktionen die Sorge vor Data Mining und Mustererkennung durch Dritte nehmen. Dabei setzt das Unternehmen auf ein Verfahren, das den Namen „Zero-Knowledge-Proof“ trägt. Das Besondere an dieser Methode ist, dass derjenige, der den Eingang der Zahlung bestätigt, hierfür lediglich eine Nachricht der überweisenden Person benötigt. Im Gegenzug heißt das, dass sensible Daten wie zum Beispiel die Höhe des Betrages oder der Name des Kontoinhabers für Dritte nicht einsehbar sind. Um diese Methode umsetzen zu können, sind zk-SNARKs (Zero-Knowledge Succinct Non-Interactive Argument of Knowledge) nötig. Das „Zero“ (Null) im Namen ist dabei Programm, denn die zk-SNARKs sollen für eine vollständige Anonymisierung des Zahlungsverkehrs sorgen.

Das Zero-Knowledge-Proof-Verfahren birgt für den Empfänger den Vorteil, dass dieser nur noch eine Benachrichtigung braucht, um den Vorgang abschließen zu können. Außerdem spricht die Geschwindigkeit der Transaktionen für ZCash. Jedoch darf man die Probleme nicht unter den Teppich kehren. So hat es bei Vorgängerversionen von ZCash große Mängel hinsichtlich der Sicherheit gegeben. Zudem könnte die Anonymität des Verfahrens dazu führen, dass ZCash für Geldwäsche und andere kriminelle Aktivitäten missbraucht wird. Im Moment ist es allerdings so, dass nur bei vier Prozent der mit ZCash durchgeführten Transaktionen die zk-SNARKs zum Einsatz kommen. Ohnehin gibt es nur wenige Wallets, die zk-SNARKs akzeptieren. ZCash an sich ist jedoch weit verbreitet. Die Kryptowährung ist unter anderem bei Coinbase erhältlich.

Video: Was ist ZCash?