Auf dem Weltmarkt der Währungen ziehen dunkle Wolken auf. Einerseits steht die EU jetzt nach den Europa-Wahlen wieder vor dem alten, immer noch ungelösten Problem einer grossen Finanzkrise. Andererseits sind die USA und China drauf und dran, sich nach dem Handelskrieg nun in einen weiteren, heftigen Währungskrieg zu verwickeln. Kommt es bald zu einem globalen Währungscrash? Und wenn ja, was heisst das für Bitcoin?

Präsident Donald Trump hat die Weltwirtschaft bereits in Handelskriege verwickelt. Jetzt gibt es Anzeichen, dass er sich auch auf einen Währungskrieg vorbereitet. Aber jetzt erst der Reihe nach, denn es ist reine Spekulation und diese beruht auf Trumps Tweets und ein par Gerüchten von Finanzbloggern. Insbesondere die Tweets muss man richtig einordnen. Wenn Trump sagt, er wird in der nächsten Regierungsperiode Aids und Krebs heilen, sowie auf den Mars fliegen. Dann, ja dann ist das definitiv Wahlkampf(gerede). Es reine Show und man kann dies als Unterhaltung abtun.

Wenn der US-Präsident allerdings über Währungen twittert, dann ist dies mehr als „nur“ Show und durchaus ernst zu nehmen. In letzter Zeit kritisierte Trump immer wieder einzelne Länder und insbesondere deren Zentralbanken. Vorwurf: Manipulation der staatlichen Währung. Aktuell hier eine Warnung an Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank:

Angeblich wertet Europa den Euro künstlich ab und kann somit günstiger nach China exportieren; auf Kosten der US-Wirtschaft. Diese Krtik ist definitiv nicht aus der Luft gegriffen. Die Zentralbanken der Länder drehen immer öfter massiv am Rad der Währungen. Hierzulande zum Beispiel die Schweizer Zentralbank, welche eine zeitlang den Franken an den Euro fixierte sowie selber als einer der grössten institiutionellen Investoren in US-Unternehmen und Aktienmärkten gilt. Die SNB hält mehr Facebook-Aktien als Mark Zuckerberg. Salopp gesagt: Die Zentralbanken spielen eine immer wichtigere Rolle; an allen Märkten! Aber ebenso kann man derartige Tweets eines derartig mächtigen Präsidenten als Währungsmanipulation sehen. Momentan beschränkt sich der Disput (noch) auf den Welthandel. Es kann aber auch bald ganz anders kommen.

Windige Finanzbloggende vermuten derweil auf der Gegenseite eine Verschwörung von China mit Russland. China und Russland sollen sich auf einen koordinierten Ausstieg aus den US-Dollar Anleihen geeinigt haben; eine Art „Dollar Dumping“. Beide haben das Ziel, von einer Weltwärung des US-Dollar loszukommen. Dies sind allerdings lediglich Gerüchte. Sicher ist: Die Präsidenten beider Länder sind Freunde. Vor Monaten fand zudem eine gemeinsame Militärübung statt. Für eine Schwächung des US-Dollar gibt es keine Anzeichen oder Protokolle. Tatsache ist, bei einem Treffen kürzlich wurden wichtige Partnerschaften beschlossen. Insbesondere in Sachen grenzüberschreitende Zahlungen hat man sich geeinigt: Die chinesische Kreditkarte UnionPay soll nun auch in Russland im Zahlungsnetzwerk addiert werden. Umgekehrt erlaubt China der russischen Mir-Karte den Zuggang zum chinesischen Markt.

Fazit:

Dieser Blogpost ist reine Spekulation. Was in Tat und Wahrheit hinter den Kulissen stattfindet, wissen die wenigsten. Sicher ist, das komplexe Währungssystem wird immer fragiler. Kommt es zu einer grösseren Finanzkrise, könnten digitale Währungen wie Bitcoin oder neu auch Facebooks geplante Währung Calibra eine immer wichtigere Rolle spielen.