Vor 11 Jahren stürzte die US-Bank Lehman Brothers die Welt in eine Finanzkrise. Die nordirische Hauptstadt Belfast leidet bis heute unter den Auswirkungen dieser Krise. Hinzu kommt die Befürchtung, dass es zu einem No-Deal-Brexit und einer harten Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland kommt. Sollte dieser Fall eintreten, dann wäre die Wirtschaft in Belfast in einem besonderen Ausmaß betroffen. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtregierung nun beschlossen, mit dem Belfast-Coin eine eigene Kryptowährung ins Leben zu rufen. Damit hat Belfast eine Vorreiterrolle eingenommen. Regierungs-Coins sind nämlich bislang noch eine Seltenheit und der Belfast-Coin wäre die erste digitale Stadtwährung in Europa.

In Belfast verfolgt man mehrere Ziele mit der eigenen Kryptowährung. So soll zum einen die regionale Wirtschaft gefördert werden. Zum anderen soll der Belfast-Coin die Stadt in wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht voranbringen. Bei der Erschaffung der digitalen Währung arbeitet die Stadtverwaltung mit dem britisch-israelischen FinTech Colu zusammen. Mit Belohnungen für gutes Verhalten sollen Anreize für die Stadtbevölkerung geschaffen werden, den Belfast-Coin zu benutzen. So werden die Bürger die Kryptowährung als Gegenleistung erhalten, wenn sie beispielsweise vor Ort einkaufen oder ihren Abfall ordnungsgemäß recyclen. Stadtvertreterin Grainia Long erklärt:

„Wir hoffen, dass der Belfast-Coin den lokalen Unternehmen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhilft.“

Zurzeit ist eine Pilotphase vorgesehen. Die Stadt bemüht sich darum, Geschäfte zu finden, die sich dazu bereit zeigen, den Belfast-Coin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Wenn das klappen sollte, dann könnte es noch in diesem Jahr losgehen. In Belfast will man für künftige ökonomische und soziale Herausforderungen gerüstet sein.

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Foto CC 3.0 by Mehlauge, Wikimedia