Jetzt wird’s richtig unterhaltsam: Kaum ist die erste funktionierende Version des neuen Browsers Brave verfügbar, kommt der erste Angriff auf ebendiesen. Grab, das selbsternannte Social Network of Free Speech kündigte an, die Software von Brave, die ja Open Source ist, kopieren zu wollen. Nur mit einer kleiner Änderung: Der Brave Token BAT soll entfernt und mit Bitcoin Payments via Lighning Network ersetzt werden.

Ist dies eine Neuauflage des Browserkriegs: Als Browserkrieg wird ein von 1995 bis 1998 andauernder Verdrängungswettbewerb zwischen den Unternehmen Microsoft und Netscape um die Vorherrschaft ihrer Webseiten-Betrachtungsprogramme. Das Ende ist bekannt: Microsoft klaute sozusagen alles von Netscape und implementierte den Browser für die User gratis in sein Betriebssystem Windows. Der Rest ist bekannt: Microsofts Gründer Bill Gates wurde damit zum reichsten Mann der Welt und Microsoft zu einem der wertvollsten Unternehmen überhaupt. Und nun, Jahrzehnte später steht der Browser wieder im Fokus. Warum eigentlich? Naja, der Browser ist schlichtweg das Tor zum Internet. Daher hat genau diese Schnittstele extrem viel Macht über uns, über unser Verhalten und über unsere Daten. Und genau da will Brave ansetzen: Beim Datenschutz. Werbung wird nur noch angezeigt, ohne dass die Firmen die persönlichen Daten bekommen und zudem wird die Installation von Tracking-Software unterbunden. Der User soll zudem mit 15% am Gewinn der Werbeanzeigen beteiligt werden, via BAT Token. Da nun die Software von Brave Open Source ist, hat Grab angekündigt, den Browser kopieren zu wollen und statt BAT Tokens das Bitcoin Lighning Network einbauen zu wollen.

Gab bezeichnet sich selber das Social Network of free speech. Nun ja, Kritiker behaupten, Gab sei das Social Network of Hate Speech. Ein Großteil der Nachrichten enthalte Rassismus, Verschwörungstheorien, Waffenkult und Trump-Verherrlichung. Mittlerwiele haben aber auch sehr bekannte Journalisten wie beispielsweise Alex Jones zu Gab gewechselt.

Gegen die Sililcon Vally Oligarchen

Creating a browser that is outside of the control of Silicon Valley companies, Brave included, is inspiring to us and our users. – Gab CEO Andrew Torba

Es gehe darum, ein Ökosystem ausserhalb der Silicon Vally Firmen zu bilden. Ein freies Ökosystem mit Plattformen, eigenem Browser und allenfalls auch neuen Apps. Gab CEO Andrew Torba meinte zudem, dass Google&Co. die privaten Daten sowieso tracken, selbst wenn man vermeintlich anonym surfe, den Inkognito-Modus aktiviert habe und bei Google das Tracking ausschalte. Diese Daten werden sowieso gespeichert und nun immer mehr sogar an lokale Regierungen ausgehändigt. Kurzum: Es braucht einen neuen Browser, ein neues Ökosystem.

Der CEO von BRAVE Software, Brendan Eich, ist „not amused“. Er beschimpft Gab als „Parasiten“.

Nun ja, hier sind wir wieder bei der Aussage ganz am Anfang des Textes: Es wird nun richtig spannend. Vor allem dann, wenn der neue Browser Brave erfolgreich wird und den bekannten Programmen anfängt, Paroli zu bieten.

Fazit:

Es ist endlich an der Zeit, dass die grossen Firmen wie Google&Co. Konkurrenz bekommen. Zulange schon werden die Userdaten verkauft, ohne dass der User davon einen Nutzen hat. Der Ansatz von Gab ist zu begrüssen. Und der Vorwurf des CEO von Brave ist nicht ganz nachvollziehbar: Vergessen wir nicht, auch der Browser Brave ist ein Fork und basiert auf einer Software, nämlich Chromium.

Quelle: