Der Schweizer Mailservice Protonmail bietet gratis verschlüsselte Emails. Mittlerweile ist Protnmail so erfolgreich, dass dieser Service zum weltweit grössten „sicheren“ E-Mail-Service aufgestien ist. Doch nun haben Russische Bundesbehörden Internetdiensteanbieter im ganzen Land angewiesen, den Zugang zu ProtonMail zu blockieren, wie der CEO des Unternehmens bestätigt hat. Der Befehl für die Blockierung kam direkt vom Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB), der früher als KGB bekannt war.

Wie ein russischer Blog schreibt, wurde die Zensur von einer Welle von versendeten Bombendrohungen ausgelöst. Diese Drohungen wurden via Mailservices wie Protonmail und anderen Anbietern versendet. Dies fand bereits im Januar dieses Jahres statt und diese Mails lösten diverse Polizeieinsätze aus.

Im Rahmen dieser Massnahme wurden insgesamt 26 Online-Domains blockiert. Under den blockierten Dienstein sind auch mehrere TOR Exit Server. TOR ist die weltweit beliebteste Anonymisierungsprotokoll- und Internet-Anti-Zensur-Lösung und wird oft von Journalisten im Ausland sowie Personen aus der Free Speech-Bewegung genutzt. Insbesondere die TOR Exit Server werden als Zugang oder Endpunkt für die Verbindung via TOR-Netzwerk benkötigt. Diese Sperren erschweren nun den Zugang zum TOR-Netzwerk in Russland.

Gemäss Andy Zen, dem CEO von ProtonMail kann die Website des Dienstes in einigen Teilen Russlands weiterhin geladen werden. Benutzer können damit jedoch keine E-Mails senden oder empfangen, da Russland die Serverkommunikation mit den Servern von Protonmail unterdrückt. Russische Mailanbieter seien von der Blockade nicht betroffen.

Protonmail ist mittlerweile einer der beliebtesten sicheren Mailservices der Welt, entwickelt von Wissenschaftlern des CERN und des MIT. Bitcoin News Schweiz hatte damals über die Lancierung des Dienstes berichtet. Insbesondere in der Bitcoin Community ist ProtonMail sehr beliebt und weit verbreitet.

Russlands Kill Switch – Ein Schalter fürs Internet

Russland ist ja des öfteren durch Zensurbemühungen im Internet aufgefallen und geht nun noch einen Schritt weiter: Laut Berichten der russischen Wirtschaftszeitung Vedomosti plant die Regierung, in Krisen- und Unruhesituationen eine Abschaltung des Internets oder eine Abschottung des Zugangs zum globalen Netz zu ermöglichen – komplett oder in Teilen etwa für Nachrichtenseiten oder Soziale Netzwerke.

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