Am 27. März 2019 traf der Stadtrat von Innisfil (Provinz Ontario) eine historische Entscheidung. Die Abgeordneten gaben grünes Licht für ein Pilotprogramm, dass es den Einwohnern der kanadischen Stadt ermöglicht, ihre Grundsteuer zum ersten Mal auch mit digitalen Währungen zu entrichten. Bei der Umsetzung dieses Projektes arbeitet Innisfil mit Coinberry Pay zusammen. Die Aufgabe des Zahlungsabwicklers besteht darin, den von den Bürgern überwiesenen Betrag von der Kryptowährung in kanadische Dollar umzurechnen. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, dann lässt Coinberry Pay der Stadt den errechneten Betrag zukommen.

Es stellt sich natürlich die Frage, mit welchen digitalen Währungen die Einwohner von Innisfil ihre Grundsteuer überweisen können. Derzeit ist Bitcoin die einzige Option. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die Anzahl der Möglichkeiten jedoch erheblich größer werden. Im Gespräch sind unter anderem Ethereum, Ripple und Litecoin. In den Augen von Lynn Dollin, Bürgermeisterin von Innisfil, zeigt die Zustimmung zu diesem Pilotprogramm auf, dass die Stadt offen für Innovationen ist. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Stadt vor zwei Jahren zusammen mit Uber das Mitfahrprogramm „Innisfil Transit“ aus der Taufe gehoben hat.

In einigen Bundesstaaten der USA ist es schon länger möglich, bei der Steuerzahlung auf digitale Währungen zu setzen. So hat zum Beispiel Ohio Firmen die Möglichkeit eingeräumt, die Steuern in Bitcoin statt in Dollar zu überweisen. Und Kalifornien ist einen Schritt auf Unternehmen mit Cannabis-Bezug entgegengekommen. Letztere dürfen nämlich bei der Überweisung von Steuern und anderen anfallenden Gebühren Stablecoins heranziehen, die an einen physischen Vermögenswert oder eine Geldwährung gebunden sind.