Die Financial Conduct Authority (FCA) ist die Finanzregulierung, also sozusagen die FINMA, im vereinigten Königreich Grossbritannien. Soeben hat die FCA eine hochintressante Studie zum Thema Bitcoin publiziert. Fazit: Lediglich 3% der Briten haben einmal im Leben digitale Währungen wie Bitcoin und Ethereum gekauft.

Die Studie besteht aus qualitativ hochwertigen Interviews und einer nationalen Umfrage zum Thema Kryptowährungen. Befragt wurden Privatpersonen sowie Unternehmen. Und diese Studie ist insofern relevant, als dass sich die FCA an gewisse STandards der Wissenschaft hält. Studien der FCA sind viel besser und breiter gestreut als einfache Internet-Votings oder Telefonumfragen. Und ganz im Vertrauen: Die meisten Umfragen zum Thema Bitcoin auf Online Portalen sind unbrauchbar, da an genau diesen Umfragen nur Leute teilnehmen, die bereits einmal Bitcoin gekauft haben. Daher ist die grossangelegte Studie der FCA definitiv aussagekräftiger als andere „Umfragen“.

Die Umfrage zeigte einige interessante Resultate: Viele der Befragten sprachen oft von einer ganzen Münze. Daraus geht hervor, dass viele Nutzer nicht wussten, dass sie auch nur Teile einer Münze, also bsp. 0.15 Bitcoin kaufen können. Trotzdem kauften ebendiese Nutzer Bitcoin und andere Kryptowährungen. Hauptsächlich zum Spekulieren. Beeinflusst wurden sie dabei meist von bekannten Social Media-Influencern.

Sowohl die Umfrage als auch die qualitative Recherche haben ergeben, dass einige Kryptoasset-Besitzer ihre Einkäufe getätigt haben, ohne vorher eine Recherche durchgeführt zu haben.

Trotz des allgemein schlechten Verständnisses von Krytpoassetx bei britischen Verbrauchern deuten die Ergebnisse der Umfrage darauf hin, dass das Ausmaß des Schadens wie die FCA derzeit nicht so gravierend ist, wie bisher angenommen. Viele Bitcoin-Käufer informieren sich mittlerweile:

73% der befragten britischen Konsumenten wissen nicht, was eine „Kryptowährung“ ist oder kann sie nicht definieren. Die Personen, die am meisten davon wissen, sind wahrscheinlich Männer zwischen 20 und 44 Jahren. Die FCA schätzt, dass nur 3% der befragten Verbraucher je hatten Kryptoassets gekauft. Das heisst, gerademal 3% aller Briten kauften Bitcoin&Co. Von der kleinen Stichprobe von Verbrauchern, die Kryptoassets gekauft hatten, gab rund die Hälfte weniger als 200 Pfund aus. Eine große Mehrheit von ihnen gab an, die Einkäufe durch ihr verfügbares Einkommen finanziert zu haben. Die Bitcoins wurden also nicht auf Kredit gekauft.

Bitcoin scheint der beliebteste Kryptoasset für Konsumenten zu sein, da mehr als 50% der Befragten sein Geld für Bitcoin ausgegeben haben, während jeder Dritte [34%] sich für Ether entschieden hat.

Christopher Woolard, Executive Director von FCA für Strategie und Wettbewerb, kommentierte:

„Diese Forschung liefert uns Beweise, die wir noch nicht hatten, wie Verbraucher mit Kryptoassets interagieren. Dies hilft uns sicherzustellen, dass wir auf der Grundlage von Beweisen handeln, um die Verbraucher und die Marktintegrität zu schützen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kryptoassets zwar von vielen Verbrauchern nicht gut verstanden werden, die überwiegende Mehrheit sie jedoch derzeit nicht kauft oder verwendet. Während die Forschung auf einzelne Benutzer von Kryptoassets hinweist, deutet dies nicht auf einen großen Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hin. Kryptoassets sind jedoch komplexe, unbeständige Produkte – die Verbraucher, die in sie investieren, sollten bereit sein, ihr gesamtes Geld zu verlieren.“

Die FCA hat zuvor gewarnt, dass Kryptoassets, darunter beispielsweise Bitcoin, sehr volatil und riskant sind. Viele Token (einschließlich Bitcoin- und Kryptowährungsäquivalente) sind derzeit in Grossbritannien nicht reguliert. Dies bedeutet, dass die Übertragung, der Kauf und der Verkauf solcher Token derzeit nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fallen. Dies bedeutet auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass Verbraucher berechtigt sind, beim Financial Ombudsman Service Beschwerden zu erheben oder durch das Financial Services Compensation Scheme geschützt zu werden, wenn etwas schief läuft.

Die FCA arbeitet mit der Regierung und der Bank of England als Teil einer britischen Krypto-Taskforce zusammen, um die durch Kryptoassets verursachten Schäden zu verstehen und anzugehen und Innovationen im Interesse der Verbraucher zu fördern. Die FCA berät derzeit nach Leitlinien, um die Arten von Kryptoassets zu klären, die in den bestehenden regulatorischen Umkreis fallen. Im Laufe des Jahres wird die FCA den Verkauf bestimmter Kryptoassets-Derivate an Privatanleger untersagen. HM Treasury prüft auch Gesetzesänderungen, um die Regulierungsaufgabe der FCA möglicherweise zu erweitern, um weitere Arten von Kryptoassets einzuführen.

Im weiteren veröffentlichte die FCA folgende 3 Infografiken, welche einige der Resultate der Studie verstndlich darstellen:

Where in the UK are people more likely to know what a cryptocurrency is?

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What is the profile of those who understand cryptocurrencies?

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Where do people first hear about cryptoassets?

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Quellen:

Fotos via Media Library FCA, (c) Financial Conduct Authority 2019