Das Australien Transaction Reports and Analysis Centre (AUSTRAC) hat zwei Bitcoin-Börsen vom Netz genommen. Die Handelsseiten stehen im Verdacht, Geldwäsche für Drogengeschäfte betrieben zu haben.

Australien Federal Police ermittelt

Im australischen Bulleen wurde kürzlich ein 27-jähriger Mann verhaftet, der seine Position als Führungskraft einer Kryptobörse zu Zwecken der Geldwäsche missbraucht haben soll. Bei einer Hausdurchsuchung in Bulleen und zwei weiteren Residenzen in Malvern und Templestowe Lower fanden die Behörden illegale Substanzen, große Mengen Bargeld und „kryptowährungsbezogene Gegenstände“. Anhand dieser Beweise wurde der Verdächtige der Einfuhr, des Handels und des Besitzes von mehr als 30 Kilogramm Kokain, Ketamin, MDMA und Methamphetamin angeklagt.
Zeitgleichen hab AUSTRAC und die Australien Federal Police (AFP) die Kryptobörse des Angeklagten sowie eine weitere Handelsseite vom Netz genommen. Zudem wurden Immobilien, Konten und Kryptocoins mit einem Gesamtwert von mehr als zwei Millionen AUD-Dollar (Australische Dollar) beschlagnahmt.

Anti-Geldwäsche-Gesetze verletzt

Das AUSTRAC ermittelte bereits seit geraumer Zeit gegen verdächtige Krypto-Handelsplattformen, welche die 2006 geänderten Anti-Geldwäsche- und Anti-Terrormis-Finanzierungsgesetze bislang nicht umgesetzt haben. Nathan Newman, nationaler Manager der Behörde, teilte mit, dass die Kryptobörsen verdächtige Transaktionen melden und ihre Nutzer mittels moderner Know-your-customer-System überprüfen müssen, um den Missbrauch der digitalen Währungen für illegale Zwecke zu verhindern.
Bitcoin-Nutzer, die bei dem verhafteten Mann aus Bulleen gekauft haben, sind nun ebenfalls ins Visier der Ermittler gerückt. Zur Erfassung der Daten kann die AFP auf öffentliche Nutzerkonten zurückgreifen. Auch dies zeigt, dass der Bitcoin nicht auf Datenschutz und Privatsphäre ausgelegt ist und von den Behörden zurückverfolgt werden kann.

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