Anonyme Kryptowährungen sehen sich in Frankreich einer immer größeren Kritik ausgesetzt. Sollte das Kabinett von Premierminister Édouard Philippe ernst machen, dann könnten Privacy-Coins wie Zcash, Dash und Monero vor dem Aus stehen. Monero ist ins Visier der Behörden geraten, da sich mit der Hilfe dieser Technologie finanzielle Überweisungen verschlüsseln lassen. Eine Konsequenz daraus ist, dass Zahlungen an den Steuerbehörden vorbei durchgeführt werden können. Ähnliches gilt für die weiteren Privacy-Coins in Frankreich. Dass die Regierungs- und Steuerbehörden darüber nicht glücklich sind, versteht sich von selbst.

In Frankreich sind Blockchain-Technologie und digitale Währungen derzeit ein großes Thema. Auch die Nationalversammlung in Paris hat sich mit diesem Thema beschäftigt. So hat das Parlament eine ausführliche Analyse in Auftrag gegeben, die kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Darin wird betont, dass man die Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie, auf der diese basieren, nicht in einen Topf werfen darf. Außerdem wird deutliche Kritik an den Privacy-Coins geübt. Letztere seien anfällig für den Missbrauch durch finanzielle Betrüger. Insbesondere vor Geldwäsche wird gewarnt. Man solle daher das Verbot der anonymen Kryptowährungen ins Auge fassen.

Denjenigen digitalen Währungen, bei denen sich die Transaktionen nachverfolgen lassen, steht Frankreich jedoch weiterhin offen gegenüber. So soll für Bitcoin, Ether und Co. ein verlässlicher gesetzlicher Rahmen geschaffen werden. Man hat in Paris erkannt, dass der Blockchain-Technologie die Zukunft gehört und will auf keinen Fall ins Hintertreffen geraten. Auch hat sich die französische Regierung in diesem Jahr für den Einsatz von Bitcoin als Zahlungsmittel in Tabakläden geöffnet. 4000 Tabakhändler nahmen bisher an der Aktion teil.